
Im Bezirk Bludenz in Vorarlberg kam es heute, am 2. April 2025, zu einem dramatischen Lawinenabgang, bei dem zwei erfahrene Alpinisten verschüttet wurden. Die Alpinisten befanden sich auf dem Weg vom Vermuntstausee über das Kromertal in Richtung Lobturm, als sich die Lawine im Steilhang unterhalb felsdurchsetztem Gelände löste. Ein weiterer gefährlicher Aspekt dieser Region ist die anhaltende Schneeverhältnisse, die in den letzten Wochen oft zu kritischen Lawinenwarnstufen führen.
Die beiden Bergsteiger hörten während ihres Aufstiegs Setzungsgeräusche in der Schneedecke, was sie dazu veranlasste, umzudrehen. Doch es war bereits zu spät: Ein Schneebrett brach ab und begrub einen der Männer vollständig. Der zweite Alpinist wurde lediglich 80 Zentimeter tief begraben. In der entscheidenden Phase begannen die nachfolgenden Männer sofort mit der Suche nach den Verschütteten und konnten den ersten Mann nach etwa 15 Minuten ausgraben.
Reanimationsmaßnahmen und Einsatzkräfte
Nach der erfolgreichen Bergung des ersten Alpinisten wurden umgehend Reanimationsmaßnahmen eingeleitet, die bis zum Eintreffen der Notarzthubschrauber Gallus 1 und Robin 1 andauerten. Der Zustand des geretteten Mannes stabilisierte sich nach der notärztlichen Versorgung, weshalb er ins Landeskrankenhaus Feldkirch geflogen wurde. Der behandelnde Arzt äußerte sich optimistisch, betonte jedoch, dass der Ausgang der Verletzungen ungewiss sei. Der zweite Verschüttete hatte hingegen nur mit einer leichten Unterkühlung zu kämpfen.
Der Einsatz wurde von mehreren Kräften unterstützt, darunter der Polizeihubschrauber Libelle, die Bergrettung, die Alpinpolizei sowie ein Kriseninterventionsteam. Während in Vorarlberg dieser Vorfall für großes Aufsehen sorgte, ereignete sich am selben Tag ein weiterer Lawinenabgang im Bereich Gamspitzl im Salzburger Obertauern, bei dem der kroatische Ex-Skirennläufer Ivica Kostelic ebenfalls verschüttet wurde.
Lawinensituation in Österreich
Die Lawinensituation in Österreich ist besorgniserregend. Zwischen dem 3. Februar und 5. Februar 2023 kam es zu zahlreichen Lawinen mit hoher Aktivität, wobei acht Personen ihr Leben verloren. Laut der Alpinunfalldatenbank des Österreichischen Kuratoriums für Alpine Sicherheit waren die meisten tödlichen Unfälle in Tirol und Vorarlberg dokumentiert. Experten warnen, dass die Lawinenwarnungen besser wahrgenommen werden müssen, um das Verhalten der Wintersportler zu beeinflussen. In Tirol etwa herrscht oberhalb von 1.800 Metern nach wie vor erhebliche Lawinengefahr.
Die Alpinpolizei hat zudem Herausforderungen aufgrund der hohen Zahl an Lawinenereignissen gemeldet. Um die Sicherheit zu erhöhen, wird empfohlen, bei hoher Lawinengefahr defensiv zu agieren und alpine Gebiete zu meiden. Auch die Kommunikation der Lawinenwarnungen soll verbessert werden, um sicherzustellen, dass die betroffenen Wintersportler adäquat informiert werden.
Für das sichere Bewegen im Gebirge sind Risikomanagement und situatives Verständnis unerlässlich. Angesichts der aktuellen Wetterbedingungen ist es wichtiger denn je, sich der Gefahren bewusst zu sein und entsprechende Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Weitere Informationen zur aktuellen Lawinensituation finden Sie unter 5min.at, ORF Vorarlberg und alpinesicherheit.at.
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