In den vergangenen Tagen wurde das Wintersportgebiet in Tirol und Salzburg von mehreren Lawinenabgängen heimgesucht, was zu Verletzten und gefährlichen Umständen für Wintersportler führte. Die Kleine Zeitung berichtet von zwei verletzten Personen bei Lawinenereignissen in St. Anton am Arlberg. Die erste Lawine trat im Bereich Gampen auf, wo Schneemassen die Pisten erreichten. Glücklicherweise wurden keine weiteren Personen verschüttet, jedoch musste eine Person mit einer Armverletzung ins Krankenhaus geflogen werden.

Ein zweites Lawinenereignis am Galzig führte dazu, dass eine weitere Person leicht verletzt wurde, jedoch ebenfalls nicht verschüttet war. Im Gemeindegebiet von Münster wurde ein Wintersportler verschüttet, blieb jedoch unverletzt. Eine besonders gefährliche Situation ereignete sich in Jochberg, wo ein 17-jähriger deutscher Skifahrer eine Lawine auslöste. Dank eines Lawinenairbags konnte er der Gefahr entkommen und blieb unverletzt.

Komplexe Lawinenlage

Zusätzlich zu den Vorfällen in St. Anton galt in Obertauern ein viermaliger Lawinenalarm. In zwei Fällen blieben die Wintersportler unverletzt, jedoch waren bei einer Lawine im Bereich Mittereckalm vier Personen betroffen, die ebenfalls nicht verschüttet wurden. Ein Wintersportler zog sich hier eine Schulterverletzung zu und musste ins Krankenhaus geflogen werden.

Am Seekarspitz, in einer Höhe von 2.350 Metern, wurde eine Lawine vermutlich von Variantenfahrern ausgelöst. Glücklicherweise gab es auch hier keine Verletzten. Eine weitere gefährliche Situation ereignete sich am Osthang des Gennerhorns, wo ein 37-jähriger Tourengeher von einer Lawine mitgerissen und teilweise verschüttet wurde. Er konnte jedoch seinen Airbag auslösen und wies nur eine Knieverletzung auf. Der Bergrettungsdienst war schnell zur Stelle, stabilisierte den Verletzten in einer Vakuummatratze und transportierte ihn mit einem Hubschrauber ab.

Erhöhte Warnstufen und Sicherheitshinweise

Der Lawinenwarndienst hat für Teile von Tirol und Vorarlberg die zweithöchste Warnstufe (Stufe 4) ausgegeben, was auf eine große Gefährdung hindeutet. Wintersportler werden dazu aufgerufen, besondere Vorsicht walten zu lassen und sich im freien Gelände zurückhaltend zu verhalten. Das Snow Institute stellt heraus, dass das Überleben in einer Lawine vom Verschüttungsgrad und Verletzungsgrad abhängt. In Österreich wurden von 2005 bis 2022 insgesamt 146 Personen von Lawinen erfasst. Dabei variieren die Überlebenschancen erheblich: Ca. 50% der ganz verschütteten Personen kommen dabei ums Leben, im Vergleich zu nur 4% der nicht verschütteten.

In den letzten fünf bis zehn Jahren ist trotz der zunehmenden Zahl an Freeridern die Zahl der Lawinentoten gesunken. Dennoch erfordert der Umgang mit solchen Naturereignissen verantwortungsbewusstes Handeln. Besonders Jugendliche sind in Hochrisikogebieten häufig unterwegs; zwischen 2010 und 2024 waren 219 Jugendliche unter 21 Jahren in Österreich an Lawinenunfällen beteiligt, wobei 19 von ihnen starben und 15 schwer verletzt wurden.