Am 13. Februar 2026 ereigneten sich in Tirol gleich zwei Lawinenunfälle, die sowohl die Gefahren als auch die Bedeutung von Lawinensicherheit unterstreichen. Laut 5min.at war ein 47-jähriger Däne mit vier Freunden im Skigebiet Serfaus unterwegs, als eine mittelgroße Schneebrettlawine ausgelöst wurde. Nach drei Schwüngen im nordöstlichen Hang wurde der Mann etwa 150 Meter mitgerissen und beinahe vollständig verschüttet. Dank seines Lawinenairbags und der prompten Reaktion seiner Begleiter gelang es, ihn nach wenigen Minuten zu retten; er blieb unverletzt.
Am gleichen Tag unternahmen zwei deutsche Skitourengeher im Gemeindegebiet von Sölden eine Tour. Der 26-Jährige erreichte gegen 13:30 Uhr den Einstieg zum Mitterkarjoch in etwa 3.350 Metern Höhe und geriet in eine steile Rinne, während sein 28-jähriger Begleiter in einem sicheren Bereich blieb. Eine Schneebrettlawine löste sich knapp zehn Meter oberhalb von ihm und erfasste den 26-Jährigen, der rund 150 Meter talwärts mitgerissen und bis zum Rumpf teilverschüttet wurde. Sein Begleiter beobachtete den Vorfall und setzte umgehend einen Notruf ab. Nach der Bergung und Erstversorgung wurde der Verletzte mit einem Rettungshubschrauber in die Medalp Imst geflogen.
Die Gefahren von Lawinen
Lawinen stellen eine der gefährlichsten Naturgefahren in Gebirgsregionen dar, wie anderswandern.de feststellt. Jährlich gibt es in Europa 150 bis 200 tödliche Lawinenunfälle, während in Österreich etwa 25 bis 30 Personen jährlich bei solchen Unfällen ums Leben kommen. Besonders gefährdet sind Skitourengeher, Freerider und Schneeschuhwanderer, die sich abseits gesicherter Pisten bewegen. Statistiken zeigen, dass 70 bis 80 % der Lawinentoten Freizeit-Skifahrer oder Snowboarder sind.
Um die Sicherheit beim Skifahren und Tourengehen zu erhöhen, ist es unerlässlich, die richtige Vorbereitung zu treffen. Experten empfehlen unter anderem, tägliche Lawinenlageberichte zu prüfen, die Wetterbedingungen genau zu analysieren und steile Hänge über 30 Grad zu meiden. Alpinmesse.info hebt hervor, wie wichtig es ist, sich mit den Risiken vertraut zu machen und die notwendige Sicherheitsausrüstung, einschließlich Lawinen-Verschüttetensuchgeräten (LVS), Sonde, Schaufel und Airbag-Rucksäcken, zu nutzen.
Vorbereitung und Verhalten im Gelände
Ein verantwortungsbewusstes Verhalten im Gelände spielt ebenfalls eine zentrale Rolle. Gruppendynamiken sollten berücksichtigt werden, indem Abstände eingehalten und steile Hänge nicht gleichzeitig von mehreren Personen befahren werden. Warnzeichen wie „Wumm“-Geräusche oder Risse in der Schneedecke sind Indikatoren für eine instabile Schneelage und sollten ernst genommen werden.
Die Überlebenschancen nach einer Verschüttung sind äußerst hoch, wenn die Suche innerhalb der ersten 15 Minuten beginnt. Folglich ist es wichtig, bei einem Notfall schnell den Notruf abzusetzen und mit der Suche zu beginnen. Mit der richtigen Ausbildung und entsprechender Ausrüstung kann das Risiko von Lawinenunfällen signifikant reduziert werden, so die Experten.
Insgesamt zeigen die jüngsten Vorfälle in Tirol, wie entscheidend es ist, Lawinensicherheit ernst zu nehmen und sich gut auf Skitouren vorzubereiten. Die nächsten Monate, besonders zwischen Dezember und März, gelten als Hochrisiko-Zeit für Lawinenunfälle, weshalb eine fundierte Planung und verantwortungsvolles Verhalten in den Alpen unabdingbar sind.