Am 11. Jänner 2026 kam es in Obertauern zu einer besorgniserregenden Serie von Lawinenabgängen, die zahlreiche Einsätze der Bergrettung erforderlich machten. Die Bergrettung Obertauern war aufgrund von insgesamt vier Lawinenabgängen im Dauereinsatz. Wie 5min.at berichtet, wurde bei diesen Vorfällen eine Person verletzt und musste mit einem Hubschrauber geborgen werden.

Die erste Lawine, die abging, war eine sogenannte „Negativlawine“, bei der keine Personen verschüttet oder verletzt wurden. Dies wurde von einem Skifahrer gemeldet. In einer weiteren, dramatischeren Situation ging die zweite Lawine im Bereich Hundskogel ab, wo eine Gruppe von Snowboardfahrern im ungesicherten Gelände unterwegs war. Ein zuvor vermisster Snowboarder tauchte kurz nach dem Abgang wieder auf, was dazu führte, dass der Rettungshubschrauber abdrehen konnte.

Verletzungen und Notfälle

Die dritte Lawine auf der Mittereckalm betraf vier Personen. Hier verletzte sich eine Person an der Schulter und wurde mit dem Hubschrauber C99 ins Krankenhaus geflogen. Eine weitere Lawine wurde von einem Skitourengeher am Hengst bei Untertauern gemeldet, hierbei waren jedoch keine Personen betroffen.

Der Lawinenwarndienst Salzburg hatte bereits vor den Schneebrettern gewarnt und eine Warnstufe 3 ausgegeben, was auf eine erhebliche Gefahr hinweist. Die Warnung betonte, dass „viel Neuschnee und Wind Zurückhaltung erfordern“ und dass Schneebrettlawinen bereits durch geringe Zusatzbelastungen ausgelöst werden können.

Hintergrund und Sicherheit

Die Tragik und Gefahr von Lawinenunfällen ist nicht zu unterschätzen. Laut Daten des Snow Institute hängt das Überleben in einer Lawine stark vom Verschüttungs- und Verletzungsgrad ab. Der Verschüttungsgrad kann dabei in verschiedene Kategorien eingeteilt werden: von nicht erfasst, über teilweise verschüttet, bis hin zu ganz verschüttet, was die Überlebenschancen dramatisch beeinflusst.

Von 2005 bis 2022 erfasste das Österreichische Kuratorium für Alpine Sicherheit (ÖKAS) insgesamt 146 Personen, die von Lawinen erfasst wurden. Die Statistik zeigt, dass 56 Personen nicht verschüttet wurden, 63 teilverschüttet waren und 27 ganz verschüttet wurden. Die Sterberaten steigen dabei signifikant: Rund 50% der ganzverschütteten Personen überleben den Vorfall nicht, während die Zahlen bei teilverschütteten und nicht verschütteten Personen deutlich niedriger sind.

Besonders besorgniserregend ist der Trend bei Jugendunfällen in den letzten Jahren. Zwischen 2010 und 2024 waren 219 Jugendliche unter 21 Jahren in Österreich an Lawinenunfällen beteiligt, von denen 19 tödlich endeten. Ein Großteil dieser tragischen Unfälle ereignete sich in nordexponierten Freeride-Gebieten. Alarmierend ist auch, dass 14 von 19 tödlich Verunglückten unzureichende Notfallausrüstung hatten.

Die Vorfälle in Obertauern erinnern uns eindringlich an die Risiken, die mit dem Bergsport verbunden sind, und unterstreichen die essentielle Bedeutung von Sicherheitsvorkehrungen und die Beachtung von Warnhinweisen.