Am 28. November 2025 gab die Niederösterreichische Kulturwirtschaft GesmbH (NÖKU) bekannt, dass Cornelia Lamprechter einstimmig als neue Geschäftsführerin bestellt wurde. Sie wird ihr neues Amt am 1. September 2026 antreten und folgt damit auf Paul Gessl, der nach 25 Jahren in dieser Position in den Ruhestand geht. Lampechter setzte sich in einem anspruchsvollen Auswahlprozess gegen 46 qualifizierte Bewerber durch. Dabei wurde ihre wirtschaftliche und organisatorische Kompetenz sowie ihr tiefes Verständnis der Kulturszene besonders gewürdigt.

Die Bestellung von Lamprechter erfolgte nach einem mehrstufigen, qualitätsgesicherten Auswahlverfahren. Dieses umfasste Hearings und eine fachliche Evaluierung seitens der Findungskommission, die zu einem einstimmigen Ergebnis kam. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner betonte die hohen Ansprüche an Führung und Kulturverständnis, die im Auswahlprozess Berücksichtigung fanden. Auch der Aufsichtsratsvorsitzende Wolfgang Viehauser hob Lamprechters Verständnis von NÖKU als kulturelle Institution und Arbeitgeber hervor.

Hintergrund zu Cornelia Lamprechter

Cornelia Lamprechter wurde 1974 in Lienz/Osttirol geboren und studierte Internationale Betriebswirtschaft an der Universität Wien. Ihre berufliche Laufbahn umfasst leitende Positionen in der österreichischen Kulturlandschaft, unter anderem als Geschäftsführerin der Kunstmeile Krems und des mumok in Wien. Ihr Fokus liegt auf Finanzmanagement, Organisationsentwicklung, Digitalisierung und der nachhaltigen Positionierung von Kulturorganisationen.

Paul Gessl, der Langzeitgeschäftsführer der NÖKU, war maßgeblich daran beteiligt, das Netzwerk von Kulturinstitutionen zu entwickeln, das heute über 3.000 Veranstaltungen jährlich und mehr als 1.300 Mitarbeiter umfasst. Sein Rückzug im August 2026 wird daher einen bedeutenden Wandel im Führungsstil der Organisation darstellen.

Kulturmanagement in Österreich

Der neue Kurs von NÖKU könnte durch die Entwicklungen im Bereich Kulturmanagement beeinflusst werden, insbesondere durch das Institut für Kulturmanagement und Gender Studies (IKM) der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Das IKM, das seit 50 Jahren tätig ist, betrachtet Kulturmanagement in verschiedenen Kunstsparten und hat sich als Vorreiter im Bereich der Kulturmanagement-Studien in Kontinentaleuropa etabliert.

Gegründet wurde das IKM 1976 von Theaterdirektor Ernst Haeusserman. Unterstützung erhielt er von Bundesministerin Hertha Firnberg. Das Institut fördert den Austausch mit der Kunst und bietet einen umfangreichen Lehrplan, der verschiedene Kunstsparten integriert, von Bildender Kunst über Darstellende Kunst bis hin zu Film- und Medienkunst. Ziel ist es, ein vertieftes Verständnis für die Handlungslogiken dieser Bereiche zu entwickeln. Absolventen profitieren von einem fundierten Wissen und breiten Netzwerken, was für die Weiterentwicklung der Kulturwirtschaft in Österreich von großer Bedeutung ist.