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Der berühmte österreichische Motorradhersteller KTM steht vor der Insolvenz und hat ein Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung beim Landesgericht Ried beantragt. Laut den Gläubigerschutzverbänden Creditreform und KSV1870 hat das Unternehmen, kontrolliert von Stefan Pierer, Schulden in Höhe von 1,8 Milliarden Euro angesammelt, während die Gesamtverbindlichkeiten auf fast drei Milliarden Euro geschätzt werden. Dies hat zur Folge, dass über 3600 Mitarbeiter von der Unsicherheit ihrer Arbeitsplätze betroffen sind. Die Gründe für den tiefen Fall sind vielfältig: gestiegene Standortkosten, eine allgemeine Konsumflaute und ein massiver Lagerrückstand von etwa 130.000 Motorrädern zum aktuellen Zeitpunkt.
Stefan Pierer, der CEO von KTM, wird in Anbetracht dieser ernsthaften Situation nicht mehr als Präsident der Industriellenvereinigung Oberösterreich (IV OÖ) fungieren. Offiziell bleibt er zwar noch im Amt, doch wird er keine Aufgaben mehr übernehmen, um sich voll auf die Sanierung seines Unternehmens zu konzentrieren, wie oe24 berichtet. Die Präsidiumsaufgaben werden nun von Vizepräsidenten übernommen, da die Neuwahl des Präsidiums erst im Juni 2025 stattfinden wird. Ein sofortiger Rücktritt wurde vermieden, um eine sofortige Neuwahl zu umgehen.
Ursachen für den herben Rückschlag
Die Ursachen für die Insolvenz sind - wie von faz.net hervorgehoben - weitreichend. Ein Rückgang der Verkaufszahlen in Europa und Nordamerika, anhaltende hohe Produktions- und Materialkosten sowie stark gestiegene Löhne haben die Situation zuspitzend. Als Teil des Sanierungsplans wird den Gläubigern eine Rückzahlung von 30 Prozent innerhalb von zwei Jahren angeboten, aber dies hängt stark von Pierers Bereitschaft ab, finanziell in die Rettung des Unternehmens zu investieren.
Der abrupten Pleite von KTM wird eine weitreichende Welle an Unternehmensinsolvenzen in Österreich und möglicherweise ganz Europa vorausgesagt. Branchenexperten erwarten, dass diese Entwicklung entscheidende Auswirkungen auf die gesamte Industrie haben könnte und die Unsicherheit unter den Lieferanten und der Belegschaft steigen wird. Die Lage könnte somit die bereits angespannte Marktsituation weiter verschärfen, was auch bereits in vielen Online-Foren für besorgte Diskussionen sorgt.
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