Die neuesten Prognosen zur Krebsinzidenz in Österreich zeigen eine besorgniserregende Entwicklung bis zum Jahr 2045. Laut aktuellen Daten von Statistik Austria wird die Anzahl der Krebsneuerkrankungen von 46.518 im Jahr 2023 auf 56.546 im Jahr 2045 ansteigen, was einem Anstieg von 21,6 Prozent entspricht. Ebenso wird die Zahl der krebsbedingten Sterbefälle von 20.906 auf 25.277 steigen, was eine Erhöhung von 20,9 Prozent darstellt. Dies wird nicht nur durch einen Anstieg der Neuerkrankungen, sondern auch durch die alternde Bevölkerung bedingt, die in Österreich immer mehr Menschen über 65 Jahre umfasst, die bis 2045 auf mehr als 2,5 Millionen anwachsen wird, was etwa 27 Prozent der Bevölkerung entspricht. Diese Situation wird durch die massive Zunahme der Anlaufzahl an Krebsdiagnosen kompliziert, sodass die Anzahl der Menschen, die mit einer Krebsdiagnose leben, von 395.067 im Jahr 2023 auf 607.654 im Jahr 2045 steigen wird.

Bei der Betrachtung der Altersstandardisierten Inzidenz- und Mortalitätsraten sind jedoch einige positive Entwicklungen zu verzeichnen. Diese Raten werden leicht sinken: Das Erkrankungsrisiko wird um 3,9 Prozent auf 469,6 Erkrankungsfälle pro 100.000 Personen bis 2045 zurückgehen, verglichen mit 488,6 im Jahr 2023. Auch die altersstandardisierte Mortalitätsrate wird von 218,8 auf 177,5 Krebssterbefälle pro 100.000 Personen sinken, was einen Rückgang um 18,9 Prozent darstellt. Dies wird als Erfolg der Fortschritte in der Medizin und der besseren Behandlungen gewertet, merkt Gesundheitsministerin Korinna Schumann an.

Geschlechterspezifische Entwicklungen

Ein genauerer Blick auf die neu diagnostizierten Krebsarten zeigt geschlechterspezifische Unterschiede. Insbesondere wird erwartet, dass die Neuerkrankungen bei Männern um 27,4 Prozent steigen, während bei Frauen eine Erhöhung von 14,9 Prozent prognostiziert wird. Besonders auffällig ist der Anstieg von Prostatakrebsdiagnosen, die bis 2045 um beachtliche 58,9 Prozent von 7.485 auf 11.891 ansteigen werden. Bei Frauen bleibt Brustkrebs die häufigste Krebsart, mit einer Erhöhung der Diagnosen von 6.902 im Jahr 2023 auf 8.269 im Jahr 2045.

Eine zusätzliche Entwicklung stellt die Trendumkehr bei Lungenkrebs dar. Ab etwa 2035 wird das Erkrankungsrisiko bei Frauen höher sein als bei Männern. Bis 2045 werden die Diagnosen von Lungenkrebs bei Frauen 65,5 pro 100.000 und bei Männern 46,5 pro 100.000 erreichen, was auf eine signifikante Veränderung in der epidemiologischen Landschaft hindeutet.

Einblick in Deutschland

Vergleicht man diese Entwicklungen mit den Krebsdaten in Deutschland, ist ein ähnliches Bild erkennbar. Im Jahr 2023 wurden in Deutschland etwa 517.800 Krebserkrankungen diagnostiziert, von denen 276.400 Männer und 241.400 Frauen betroffen waren. Die häufigsten Diagnosen betrafen Prostatakrebs (79.000), Brustdrüsenkrebs (75.900), Lungenkrebs (58.300) und Dick- sowie Enddarmkrebs (55.300). Diese Informationen stammen aus der neuesten Ausgabe von „Krebs in Deutschland“, die alle zwei Jahre herausgegeben wird und umfassende Daten zur Inzidenz, Prävalenz und Überlebensraten verfügbar macht. Das Zentrum für Krebsregisterdaten (ZfKD) im Robert Koch-Institut spielt dabei eine zentrale Rolle, indem es Daten aus verschiedenen epidemiologischen Registern analysiert und auswertet, um sich einen Überblick über das Krebsgeschehen in Deutschland zu verschaffen.

Die anhaltende Erfassung und Analyse von Krebserkrankungen ist von entscheidender Bedeutung, um Trends und Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Der Blick auf die Krebsdaten zeigt, dass sowohl Österreich als auch Deutschland vor großen Herausforderungen stehen, während gleichzeitig Fortschritte in der Behandlung und Prävention Fortschritte machen.

Kleine Zeitung berichtet, Krebsinformationsdienst, Krebsdaten.