Am 12. Jänner 2026 treten weitreichende Änderungen im Pensionssystem Österreichs in Kraft. Die Korridorpension, die vielen Österreichern einen früheren Pensionsantritt ermöglicht hat, wird nun verschärft. Um die finanziellen Herausforderungen des Pensionssystems zu bewältigen, wird das Antrittsalter für die Korridorpension schrittweise von 62 auf 63 Jahre erhöht. Diese Anpassungen sind vor allem als Reaktion auf steigende Pensionsausgaben gedacht, die im Budget 2024 bei rund 30 Milliarden Euro liegen.

Die Erhöhung des Antrittsalters erfolgt in drei-monatigen Schritten, die jeweils eine Verlängerung um zwei Monate mit sich bringen. Personen, die vor dem 1. Jänner 1964 geboren wurden, dürfen weiterhin mit 62 Jahren in Korridorpension gehen. Für diejenigen, die zwischen dem 1. Jänner und 31. März 1964 geboren sind, steht eine Verzögerung um zwei Monate auf dem Plan. Wer nach dem 31. März 1965 geboren wurde, muss 63 Jahre alt sein, um in den Genuss der Korridorpension zu gelangen. 5min berichtet.

Steigende Anforderungen für Versicherungsjahre

Zusätzlich zum höheren Antrittsalter wird auch die erforderliche Mindestanzahl an Versicherungsmonaten für den Bezug der Korridorpension angehoben. Aktuell müssen Arbeitnehmer 480 Versicherungsmonate (40 Jahre) vorweisen können. Dieses Minimum wird bis Ende 2028 auf 504 Monate (42 Jahre) steigen. Ab 2026 ist somit ein späterer Pensionsantritt für viele Betroffene unvermeidbar. Gewerkschaften Online erläutert.

Die aktuelle Regelung gilt für viele in der Bevölkerung und zeigt sich auch in den aktuellen Statistiken: 2024 gingen etwa 10.720 Personen in Korridorpension, wovon 6.382 bereits im Alter von 62 Jahren in den Ruhestand traten. Diese Gruppe wird künftig besonders von den Änderungen betroffen sein. Abschläge bei vorzeitigem Pensionsantritt, die bereits jetzt 0,425 Prozent pro Monat betragen, bleiben bestehen und können maximal 15,3 Prozent ausmachen. Die Zahl der Pensionsanträge liegt in den Jahren 2021 bis 2023 bei über 120.000 jährlich, was den Handlungsbedarf im Pensionssystem verdeutlicht. Agenda Austria gibt dazu nähere Einblicke.

Gesellschaftliche Auswirkungen und finanzielle Einsparungen

Die Reform wird als notwendig erachtet, um jährliche Einsparungen in Höhe von rund 270 Millionen Euro bis 2028 zu erzielen. Im Vollausbau, wenn auch Frauen von den Änderungen betroffen sind, könnten die Einsparungen auf etwa 600 bis 700 Millionen Euro pro Jahr steigen. Dies wird von Dénes Kucsera, einem Ökonom von Agenda Austria, als „prinzipiell gut und richtig“ bewertet, da ein späterer Pensionsantritt auch positive Auswirkungen auf die Höhe der zukünftigen Pensionen haben kann.

Frauen werden allerdings zunächst weiterhin das niedrigere Pensionsantrittsalter von 62 Jahren haben. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Reformen auf die Lebensqualität der pensionierten Menschen auswirken werden, insbesondere in einer Zeit, in der viele jene Arbeitskräfte suchen, die ein höheres Maß an Erfahrung mitbringen. Im Gespräch mit den Präsidentinnen des Seniorenbundes und des Pensionistenverbands Österreich wurden die Herausforderungen der kommenden Jahre umrissen.