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Koralmbahn-Projekt in der Kritik: Millionenüberschreitung und Bauverzögerung!

Die Koralmbahn, eines der bedeutendsten Infrastrukturprojekte in Österreich, wird im Dezember 2025 ihren Betrieb aufnehmen. Laut einem Bericht des Rechnungshofs wurden zwischen 2012 und 2023 Mängel in der Projektumsetzung festgestellt. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf 6,139 Milliarden Euro. Dies ist eine Kostensteigerung von fünf Prozent oder 282,4 Millionen Euro seit 2012, die in erster Linie auf Schwierigkeiten beim Vortrieb des Koralmtunnels zurückzuführen sind.

Diese Herausforderungen werden durch geologische Bedingungen verursacht, die zu vermehrten Stillständen, einer verringerten Vortriebsgeschwindigkeit und einem erhöhten Maschinenverschleiß führten. Die ÖBB, die für das Projekt verantwortlich ist, vergütete die Stillstände beim Tunnelvortrieb abweichend vom Vertrag, wodurch mögliche Einsparungen zwischen 7,52 und 9,23 Millionen Euro bei einer vertraglich korrekten Abrechnung entstanden. Die externe Vergabe der Bauaufsicht wurde ebenfalls kritisiert, da die ÖBB nur übergeordnetes Projektmanagement mit eigenem Personal durchführte. Experten warnen zudem vor einem potenziellen Know-how-Verlust durch die häufige Beauftragung externer Sachverständiger. Der Rechnungshof empfiehlt daher, dass die ÖBB ihr internes Know-how stärken sollte.

Risiken für den Projektzeitplan

Im Januar 2024 wurden „erhebliche Risiken“ für die Einhaltung des termingerechten Betriebsbeginns festgestellt. Dazu zählen Lieferengpässe und ein knapper Zeitrahmen für die notwendige Betriebsbewilligung bis 2025. Diese Faktoren könnten den geplanten Zeitplan für die Koralmbahn zusätzlich belasten. Das Projekt umfasst eine Gesamtlänge von 130 Kilometern, darunter 33 Kilometer Koralmtunnel.

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Zusätzlich zu den Herausforderungen der Koralmbahn investiert die ÖBB jährlich mehr als 2 Milliarden Euro in verschiedene Infrastrukturprojekte. Das Gesamtinvestment in den österreichischen Infrastruktursektor durch die ÖBB, Asfinag und die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) ist beträchtlich. Während die ÖBB mit über 2 Milliarden Euro mehr als 60 % der jährlichen Infrastrukturinvestitionen trägt, investiert Asfinag über 1 Milliarde Euro und die BIG rund 500 Millionen Euro in verschiedene Bauprojekte.

Weitere große Infrastrukturprojekte

Die Koralmbahn ist Teil eines umfangreichen Plans zur Modernisierung der Infrastruktur in Österreich. Neben der Koralmbahn werden auch andere große Projekte wie der Semmering-Basistunnel, mit einer Länge von 27,3 Kilometern und einer Kostenprognose von 3,3 Milliarden Euro, sowie verschiedene Projekte von Asfinag und BIG realisiert. Zu den Asfinag-Projekten zählen unter anderem der Ausbau der A7 Mühlkreis Autobahn sowie der Neubau der A26 Linzer Autobahn, die insgesamt Investitionen von mehreren hundert Millionen Euro in Anspruch nehmen.

Diese Initiativen sind entscheidend für die Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur in Österreich und die Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung, trotz der Schwierigkeiten, die bei der Koralmbahn aufgetreten sind.

5min.at berichtet von den jüngsten Entwicklungen zur Koralmbahn, während steiermark.orf.at weitere Informationen zu den infrastrukturellen Investitionen in der Steiermark bietet. Eine umfassende Übersicht über alle großen Infrastrukturprojekte in Österreich finden Sie auch auf report.at.

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Graz, Österreich
Sachschaden
6139000000 € Schaden
Beste Referenz
5min.at
Weitere Quellen
steiermark.orf.at

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