
Der Gesundheitssektor in Österreich steht vor dramatischen Herausforderungen, wie bei einer Pressekonferenz der Österreichischen Ärztekammer deutlich wurde. Edgar Wutscher, Vizepräsident der Ärztekammer, äußerte, dass das Land auf ein stabiles, solidarisches Gesundheitssystem angewiesen sei. Derzeit fehlt es an Gesprächen mit der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK), die aufgrund massiver finanzieller Defizite nicht einmal verbindliche Angebote für Verhandlungen vorlegen kann. Diese Problematik betrifft alle Bundesländer, und die Ärzteschaft fordert eine umgehende Zusammenkunft aller relevanten Akteure, um nachhaltige Lösungen zu finden, wie Österreichisches Pressebüro berichtete.
Krisensituation im Gesundheitswesen
Zusätzlich warnte Dietmar Bayer, stellvertretender Bundeskurienobmann, dass das derzeitige Gesundheitssystem für eine Bevölkerung von 8 Millionen ausgelegt war, während die Zahl mittlerweile auf über 9 Millionen gestiegen ist, ohne dass eine entsprechende Anpassung in der Zahl der Kassenärzte stattfand. Die bestehenden Finanzierungsstrukturen sind zunehmend unattraktiv und schränken die Versorgung der Patienten ein. Bayer betonte, dass ein möglicher Konkurs der ÖGK weitreichende negative Folgen, wie längere Wartezeiten und höhere finanzielle Belastungen, mit sich bringen könnte.
Die geforderten Reformen sind notwendig, um den Herausforderungen, wie dem demografischen Wandel und der Alterung der Bevölkerung, zu begegnen. Die aktuelle Gesundheitsreform ist jedoch höchst umstritten. Artur Wechselberger, Präsident der Ärztekammer, wies darauf hin, dass die geplanten Einsparungen von elf Milliarden Euro gravierende Kürzungen in den Versorgungsleistungen bedeuten würden. Als Ärztezeitung berichtete, drohen durch die Reform eine Zentralisierung der Gesundheitsversorgung und eine Aushöhlung der Ärztlichen Autonomie. Der Einfluss der Politik auf die Honorare und die Stellenpläne der Vertragsärzte wird zunehmen, wodurch der Zugang zu ärztlichen Leistungen für die Bevölkerung gefährdet ist.
Ort des Geschehens
Details zur Meldung