
In den letzten Tagen wurden besorgniserregende Fälle der hochansteckenden Maul- und Klauenseuche (MKS) in mehreren Nachbarländern Österreichs gemeldet, was Alarmstimmung bei Landwirten und Behörden ausgelöst hat. Die Tierärztekammer fordert sofortige Maßnahmen zur Eindämmung der Seuche, während Thomas Koch, ein Schafbauer aus Moosburg, seine Besorgnis über den MKS-Ausbruch in der Slowakei äußert. Er betreibt eine Landwirtschaft mit 700 bis 800 Schafen und hat bereits prophylaktische Maßnahmen auf seinem Hof eingeführt, etwa Desinfektionsmatten und reduzierte Besucherzahlen. Zudem fordert er strengere Grenzkontrollen, da das Virus auch über kontaminierte Objekte und die Luft übertragen werden kann. 5min.at berichtet, dass die Behörden Maßnahmen wie die vorläufige Schließung des Streichelzoos im Tiergarten Schönnbrunn und die Schließung kleinerer Grenzübergänge zwischen Österreich und der Slowakei ergreifen.
MKS ist eine hochansteckende Viruserkrankung, die Rinder, Schweine, Schafe sowie andere Paarhufer betrifft. Die Symptome umfassen Blasenbildung im Maul, Fieber, Schmerzen, Apathie, Appetitlosigkeit und Lahmheit. Diese Erkrankung stellt eine erhebliche Bedrohung für die Landwirtschaft dar, während sie für den Menschen meist ungefährlich ist. Einzelne Infektionen beim Menschen sind zwar dokumentiert, betreffen jedoch meist Personen mit intensivem Kontakt zu erkrankten Tieren. Tierseucheninfo Niedersachsen erklärt, dass das Virus auch von Hunden und Katzen weitergetragen werden kann, ohne dass diese selbst erkranken.
Maßnahmen gegen die Ausbreitung
Im Falle eines MKS-Ausbruchs in Österreich müssten alle Nutztiere im Umkreis von drei Kilometern getötet werden, und es würde eine Sperrzone im Umkreis von zehn Kilometern eingerichtet. Um die Situation unter Kontrolle zu bringen, sind 53 österreichische Soldaten seit dem 26. März in der Slowakei im Einsatz, um bei der Eindämmung der MKS zu helfen. Die „Austrian Forces Disaster Relief Unit“ (AFDRU) ist dabei eine Spezialeinheit des Bundesheeres, die auf Katastrophenhilfeeinsätze spezialisiert ist.
Die hohe Übertragungsrate von MKS ist beunruhigend, da das Virus auch in Erdboden, Abwässern und gefrorenem Fleisch für längere Zeit ansteckungsfähig bleibt. Dies hat weltweit zu massiven wirtschaftlichen Verlusten durch Handelsbeschränkungen und Quarantänemaßnahmen geführt. BMEL berichtet von einer entscheidenden Sondersitzung des Bundestags am 15. Januar 2025 in Deutschland, währenddessen Maßnahmen zur Tierseuchenbekämpfung abgestimmt wurden. Die Gefahr der Ausbreitung von MKS wird durch das rasche Wachstum des Virus und die kurzen Inkubationszeiten noch verstärkt.
Internationale Entwicklung und Handel
Die Weltorganisation für Tiergesundheit (WOAH) hat Deutschland in seinen Bemühungen zur Einführung einer „Containment Zone“ unterstützt, um die Verbreitung der Seuche unter Kontrolle zu bringen. Am 10. Januar 2025 wurde ein Fall von MKS bei Wasserbüffeln in Brandenburg bestätigt, was zu umfangreichen Sperrzonen und einem "Stand Still" für Klauentiere führte. Der Status "MKS-frei ohne Impfung" wurde für den größten Teil Deutschlands am 12. März 2025 wiederhergestellt, doch die "Containment Zone" bleibt bis zum 11. April 2025 unter Beobachtung.
Die gegenwärtige Lage zur MKS verdeutlicht die Wichtigkeit von präventiven Maßnahmen und internationaler Zusammenarbeit im Kampf gegen Tierseuchen. Landwirte, Behörden und Forschungseinrichtungen müssen Hand in Hand arbeiten, um die Sicherheit der Landwirtschaft zu gewährleisten und zusätzliche Ausbrüche zu verhindern.
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