
In Villach ist die Diskussion um den bilingualen Unterricht an der Volksschule Khevenhüller in vollem Gange, nachdem die österreichische Bundesregierung beschlossen hat, die Finanzierung für diesen speziellen Unterricht einzustellen. Dies hat nicht nur die Schulgemeinschaft, sondern auch lokale politische Akteure mobilisiert, die sich entschieden gegen diese Streichung wehren.
Seit nunmehr fünf Jahren wird an der Volksschule Khevenhüller bilinguale Bildung in Englisch angeboten, was mehr als 300 Kindern aus 43 verschiedenen Nationen zugutekommt. Diese Maßnahme förderte nicht nur den Deutschunterricht, sondern auch die kulturelle Integration der Schüler. Die Streichung der finanziellen Mittel bedeutet, dass Kärnten lediglich bis zum Ende dieses Schuljahres die Kosten übernehmen kann, ohne eine Fortsetzung zu garantieren. Ab dem nächsten Schuljahr könnte der bilingual Unterricht somit gänzlich entfallen, da vor allem die Stunden für die Native Speaker nicht mehr finanziert werden.
Reaktionen der Politiker und Eltern
Vizebürgermeisterin und Bildungsreferentin Sarah Katholnig (SPÖ) hat die Bedeutung des bilinguales Angebots betont und erklärt: „Man darf hier nicht sparen!“ Solche Programme sind nicht nur entscheidend für die sprachliche Entwicklung der Schüler, sondern tragen auch dazu bei, dass die Schule als Vorzeigemodell gilt.
Die Eltern sind ebenfalls tief besorgt über die Entwicklung. Heidi Krammer, die Vorsitzende des Elternvereins, äußert sich klar: „Die Volksschule Khevenhüller ist durch den bilingualen Unterricht ein Ort, an dem unsere Kinder echte Chancen bekommen – besonders jene, die Englisch als erste Sprache sprechen. Damit dieses erfolgreiche Modell bestehen bleibt, sind wir auf die Hilfe des Landes Kärnten angewiesen und fordern den Bund auf, die Finanzierung endlich sicherzustellen.” Diese Stimmen spiegeln die Überzeugung wider, dass eine solide Bildung Grundstein für erfolgreiche Zukunft ist.
Petitionen und Resolutionen gegen die Kürzungen
Zusammen mit den Eltern planen die lokalen Politiker von SPÖ und ÖVP, eine Resolution im Stadtsenat einzubringen und eine Petition zu starten, um die Behörden auf Landes- und Bundesebene zur Unterstützung zu bewegen. Stadtrat Christian Pober (ÖVP) unterstreicht: „Spracherwerb erfolgt am besten in der Jugend und in der Schule. Jeder weiß, wie schwer es ist, als Erwachsener eine Sprache zu lernen. Den Kindern diese Chance in einer prägenden Phase zu nehmen, ist der falsche Weg!“
Diese Initiative zeigt das gemeinsame Bestreben, die Notwendigkeit eines starken Bildungssystems zu betonen. Die betroffenen Verantwortlichen fordern alle Entscheidungsträger auf, sich vor Ort ein Bild von der Situation zu machen und die Bedeutung der Bildung für die Zukunft junger Menschen nicht zu unterschätzen. Ein umfassendes Verständnis der Gegebenheiten vor Ort ist entscheidend, um die richtigen Entscheidungen für die kommenden Generationen zu treffen.
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