
Am 5. April 2025 hat das Netzwerk „Frau in der Wirtschaft“ (FiW) in Hermagor mit dem ersten Netzwerktreffen unter der neuen Bezirksvorsitzenden Karin Tschabuschnig einen starken Auftakt gefeiert. Ziel der Veranstaltung war es, selbstständige Frauen in der Region zu stärken, den Zusammenhalt zu fördern und die Sichtbarkeit von Unternehmerinnen zu erhöhen. Unter dem Motto „Raus aus dem Schneckenhaus – hinein in die Sichtbarkeit“ setzt Tschabuschnig, die seit über 20 Jahren als Unternehmerin tätig ist, auf neue Impulse und ein engagiertes Team. Anwesend waren unter anderem Astrid Legner, Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer Kärnten und Präsidentin von FiW Kärnten, sowie Tanja Telesklav, die sich über aktuelle Projekte und Angebote zur Unterstützung von Unternehmerinnen austauschen wollte.
Die Bedeutung des Austauschs wurde in den Gesprächen betont, besonders für Ein-Personen-Unternehmen, die häufig vor besonderen Herausforderungen stehen. Birgit Gratzer von der Bezirksstelle Hermagor sowie Irmgard Hartlieb, Vizebürgermeisterin von Hermagor, waren ebenfalls unter den Gästen. Hartlieb hat als Verantwortliche für das Frauen- und Wirtschaftsreferat ein besonderes Interesse an der Stärkung der Unternehmerinnen.
Neue Landesvorsitzende und ihre Projekte
In einer weiteren bemerkenswerten Entwicklung wurde Astrid Legner zur neuen Landesvorsitzenden von Frau in der Wirtschaft Kärnten gewählt. Legner, die ebenfalls Unternehmerin aus Keutschach ist und als staatlich geprüfte Fremdenführerin tätig ist, hebt die Wichtigkeit des Netzwerks für Unternehmerinnen hervor. Zu ihren Themenschwerpunkten zählen unter anderem die Vereinbarkeit von Familie und Unternehmertum sowie die Förderung der Sichtbarkeit weiblich geführter Unternehmen. Sie kritisiert zudem die veralteten Bestimmungen in vielen Behördengängen, die den Unternehmerinnen zusätzliche Hürden auferlegen.
Legner erwähnt, dass über 300 Unternehmerinnen an einer Umfrage teilnahmen, aus der hervorgeht, dass 85 Prozent von den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie betroffen sind. Besondere Herausforderungen stellen für 55 Prozent die psychische Belastung und die Gefahr dar, dass ihre Unternehmen nicht überleben. Tanja Telesklav appelliert an die Unternehmerinnen, die zur Verfügung stehenden Förderungen zu beantragen und bietet Unterstützung bei der Antragsstellung an.
Diversität und wirtschaftliche Teilhabe
Die Initiative „Frau in der Wirtschaft“ profitiert von der Erkenntnis, dass Unternehmen durch mehr Diversität und Gleichstellung der Geschlechter wirtschaftlich profitieren. Umfassende Studien belegen, dass Unternehmen mit einem gender-transformativen Ansatz produktiver und rentabler sind. Es wird geschätzt, dass eine höhere Gleichstellung in der Beschäftigung zur Steigerung des BIP in vielen Ländern um bis zu 80% beitragen könnte. Frauen in Führungspositionen verringern zudem Unternehmensrisiken und verbessern die Handhabung umwelt- und klimabezogener Herausforderungen.
Auf internationaler Ebene engagiert sich das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) mit verschiedenen Projekten zur Förderung des wirtschaftlichen Empowerments von Frauen in Entwicklungsländern. Die „2X Challenge“ etwa mobilisiert 3 Milliarden US-Dollar, um Investitionen in die wirtschaftliche Teilhabe von Frauen zu fördern. Diese Initiativen zeigen, dass der Weg zur Gleichstellung nicht nur moralisch, sondern auch wirtschaftlich erforderlich ist.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die neue Ära von „Frau in der Wirtschaft“ in Hermagor nicht nur die regionale Unternehmerinnenszene belebt, sondern auch auf die Bedeutung von Diversität und wirtschaftlicher Teilhabe für die gesamte Branche hinweist. Initiativen wie diese sind entscheidend für die Förderung der Sichtbarkeit und Unterstützung von Frauen in der Wirtschaft.
Gailtal Journal berichtet, dass …
Wirtschaft Entwicklung hebt hervor, dass …
Ort des Geschehens
Details zur Meldung