Aktuell herrschen in Klagenfurt Temperaturen, die weit unter dem Gefrierpunkt liegen. Dies macht nächtliche Aufenthalte im Freien für obdachlose Menschen lebensgefährlich. Die Wohnungsloseinrichtung „Eggerheim“ in Klagenfurt hat in dieser kalten Jahreszeit eine spezielle Aufgabe übernommen: Sie bietet einen warmen Schlafplatz für Menschen ohne festen Wohnsitz. Aktuell stehen in der Einrichtung fünf Zimmer zur Verfügung, die eine Unterkunft für 43 Personen bieten. Für Männer gibt es drei Zimmer mit je zehn Betten sowie ein Notfallbett, während für Frauen zwei Zimmer mit je fünf Betten bereitstehen. Laut Caritas sind die Frauenzimmer erfahrungsgemäß nie voll ausgelastet, und auch bei den Männerplätzen sind im Durchschnitt stets fünf Betten frei.

Die Caritas hat darauf hingewiesen, dass es derzeit laufend freie Kapazitäten gibt. Bürgermeister Christian Scheider bezeichnet die Notunterkunft als einzigartig in Kärnten und betont die Unterstützung der Stadt. Er hat während eines Besuchs auch Schlafsäcke und ein Zelt mitgebracht und kündigte an, dass die Stadt helfend eingreifen wird, sollte die Bettenkapazität nicht ausreichen. Joachim Katzenberger, der Leiter der Abteilung Soziales, weist darauf hin, dass das Hilfesystem auch Menschen aus anderen Bezirken unterstützt.

Aktuelle Herausforderungen und Unterstützung

Die Kälte wirkt sich nicht nur auf Klagenfurt aus. In Deutschland sind obdachlose Menschen durch die derzeitige Kältewelle ebenfalls akut gefährdet. Temperaturen von bis zu minus 15 Grad können hier für viele Betroffene lebensbedrohlich sein. Sozialverbände warnen vor einem Kältetod und fordern mehr Unterstützung. Der Paritätische Gesamtverband hat jüngst alarmierende Zahlen veröffentlicht: In Deutschland gelten mittlerweile 500.000 Menschen als wohnungslos, von denen über 47.000 obdachlos sind und auf der Straße oder in Behelfsunterkünften leben müssen. Dies zeigt die Dringlichkeit und die Notwendigkeit von niederschwelligen, barrierefreien Übernachtungsangeboten, die zur Lebensrettung beitragen können.

Auch die Kältetoten, die in diesem Winter bereits verzeichnet wurden, sind ein starkes Zeichen für die angespannte Situation. Die BAG Wohnungslosenhilfe berichtet von vier Toten, was den Ernst der Lage unterstreicht. Gleichzeitig wächst die Nachfrage nach Tagesstätten wie „Olga 46“ in Stuttgart, wo obdachlose Menschen warme Räume und Essen finden können. Diese Tagesstätte öffnet ihre Türen täglich um 7 Uhr morgens und registriert zunehmend Hilfesuchende.

Hilfsangebote und Gemeinschaftsinitiativen

Die Caritas in Klagenfurt und ähnliche Einrichtungen in Deutschland bieten jedoch nicht nur Unterkunft, sondern auch Unterstützung an. Die Caritas erinnert an ein Kältetelefon, das täglich von 18 bis 6 Uhr erreichbar ist, um obdachlose Menschen in Gefahr zu melden. In Klagenfurt ist die Telefonnummer für die Wohnungsloseinrichtung „Eggerheim“ unter +43 463 55 560 37 zu erreichen, tagsüber können Menschen direkt Hilfe suchen.

Zusätzlich geben Organisationen wie die Malteser in Kiel Tipps zur Unterstützung von Obdachlosen. Dazu gehört, dass man mit milden Getränken oder Nahrungsmitteln helfen kann, Menschen ansprechen oder auch ehrenamtlich in lokalen Initiativen aktiv werden kann. Diese Maßnahmen zeigen: In Zeiten extremer Kälte ist Solidarität gefragt, und jeder kann seinen Beitrag leisten.