Am 5. Februar 2026 wird im Kärntner Landtag ein Aktionsplan gegen Gewalt beschlossen, der von der SPÖ-Sozialsprecherin LAbg. Ruth Feistritzer vorgestellt wird. Feistritzer hebt hervor, dass Gewalt viele Formen annehmen und in Kärnten keinen Platz haben sollte. Dabei stellt sie klar: Gewalt betrifft alle Nationalitäten und sozialen Schichten und zeigt sich in verschiedenen Facetten, einschließlich verbaler, physischer, psychischer und digitaler Gewalt, sowie sexualisierter und struktureller Gewalt. Der neue Kärntner Aktionsplan hat das Ziel, der Gewalt entschieden entgegenzutreten und ein umfassendes Schutzkonzept zu entwickeln, das alle Bereiche des Landes durchziehen soll.

Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Notwendigkeit, dass Schutzmaßnahmen nicht an Ressort- oder Zuständigkeitsgrenzen scheitern dürfen. Geplant ist, weitere Expertinnen und Experten einzubeziehen, darunter relevante Fachstellen, zivilgesellschaftliche Organisationen und Betroffenenvertretungen. Die Inhalte des Aktionsplans werden sich auf zentrale Themen wie Familie, Bildung, Arbeitsplatz, öffentliche Plätze und den digitalen Raum konzentrieren. Zusätzlich sollen Angebote für besonders vulnerable Gruppen, wie Kinder, ältere Menschen und Menschen mit Behinderung, ausgebaut werden.

Gewaltprävention in Schulen

Eine wesentliche Rolle in der Gewaltprävention spielt die Schule. Diese ist eine zentrale Bildungsstätte für Jugendliche, die soziale und personale Kompetenzen sowie soziale Werte fördert. Laut der Abteilung Schulpsychologie-Bildungsberatung und der Kinder- und Jugendanwaltschaft Kärnten (kija) ist Gewaltprävention entscheidend für die Förderung sozialer Verantwortlichkeit und die Reduktion von Gewalt sowohl in Schulen als auch in der Gesellschaft. Durch verschiedene Aktivitäten zur Gewaltprävention sollen gewaltfreie Wege und konstruktive Verhaltensweisen vermittelt werden, was nicht nur das Schulklima verbessert, sondern auch die Lernmotivation und letztlich die Leistung steigert.

Um die Qualität der Gewaltpräventionsprogramme zu sichern, wurden spezifische Qualitätskriterien formuliert, und empfohlenen Programme sind auf den Webseiten der genannten Institutionen verfügbar. Schulen können sich anhand einer Checkliste orientieren, um geeignete Programme auszuwählen. Projektanbieter, die in die Empfehlungsliste aufgenommen werden möchten, müssen ein entsprechendes Formular einreichen.

Gesellschaftliche Verantwortung und Sensibilisierung

Die Sensibilisierung der Öffentlichkeit ist ein weiterer zentraler Punkt in der Gewaltprävention. Es wird mehr in Bewusstseinsbildung investiert, um die Bevölkerung für das Thema Gewalt zu sensibilisieren. Aktuelle Ansätze, wie sie auf Frauen gegen Gewalt aufgezeigt werden, betonen die Wichtigkeit der Prävention und Intervention, um gewalttätige Verhaltensweisen zu verhindern und um Handlungssicherheit für mögliche Interventionen zu schaffen.

Dabei ist es entscheidend, dass vertraute Personen von Betroffenen Anzeichen von Gewalt erkennen und entsprechend reagieren können. Die Reaktionen auf Gewalt müssen darauf abzielen, den Betroffenen Glaubwürdigkeit und Unterstützung zu bieten. Öffentlichkeitsarbeit zu Gewalt gegen Frauen sollte sich stärker an das Umfeld der Betroffenen richten, um einen breiteren gesellschaftlichen Konsens gegen Gewalt zu schaffen.

Die Verantwortung für Gewalt liegt immer bei den Tätern, nicht bei den Opfern. Deshalb sollten Präventionsmaßnahmen auch darauf abzielen, genderbasierte Diskriminierung abzubauen und die ökonomische Gleichstellung von Frauen zu fördern, was als wichtiger gewaltpräventiver Faktor gilt. Bildung, finanzielle Autonomie und soziale Unterstützung sind Voraussetzung, um die Ursachen von Gewalt nachhaltig zu bekämpfen.

Feistritzer appelliert abschließend an alle, dass Gewalt in der Gesellschaft alle betrifft und fordert ein gemeinsames Übernehmen von Verantwortung im Kampf gegen Gewalt.