Am 21. November 2025 fand der Bezirksfeuerwehrtag in Kärnten statt, an dem Vertreter*innen aller 47 Feuerwehren sowie zahlreiche Ehrengäste teilnahmen. Bezirksfeuerwehrkommandant OBR Patrick Skubel präsentierte in seiner Ansprache die beeindruckende Einsatzstatistik der vergangenen Jahre. So verzeichneten die Feuerwehren im Jahr 2023 insgesamt 5.076 Einsätze, darunter 471 Brandeinsätze und 4.605 technische Einsätze. Diese Zahlen spiegeln einen Anstieg der Aktivitäten wider, der besonders durch extreme Wetterlagen bedingt ist. Im Jahr 2024 kamen zudem 1.719 Einsätze mit über 24.000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit hinzu, wobei ein besonders herausfordernder Zeitraum der zehn Tage Dauereinsatz beim Unwetter „Zacharias“ war.

Aktuell zählt der Bezirk 3.024 Mitglieder, darunter 324 Jugendliche und 1.891 aktive Kräfte. Bemerkenswert ist die Ernennung von Melanie Brodnik zur ersten Bezirkschriftführerin sowie die Tatsache, dass OBI Karin Logar die zweite Frau ist, die eine Feuerwehr im Bezirk leitet. Dieser Fortschritt zeigt, dass Geschlechtervielfalt in der Feuerwehr zunehmend gefördert wird.

Fokus auf Zukunftsthemen und Zusammenarbeit

Besonders im Fokus der Veranstaltung stand die überregionale Zusammenarbeit, insbesondere das EU-Projekt KaraMon, das darauf abzielt, den grenzüberschreitenden Katastrophenschutz im Geopark Karawanken zu stärken. Dieses Projekt hat das Ziel, die Widerstandsfähigkeit der Region gegen Naturkatastrophen zu verbessern. Die Region ist in den letzten zehn Jahren stark von Unwettern betroffen, die Windbrüche, Eisregen, Starkregen und Hochwasserereignisse mit sich brachten. Um diese Herausforderungen zu bewältigen, wird ein digitales Monitoring-, Kommunikations-, Präventions- und Interventionsnetz entwickelt, um die Katastropheneinschätzung und -vorwarnung zu verbessern, sowie die Bevölkerung besser zu schützen.

Das KaraMon-Projekt umfasst Pilotmaßnahmen, die unter anderem die Risikoeinschätzung durch wissenschaftliche Modellierungen und die Entwicklung von Reaktions- und Hilfsprotokollen beinhalten. Durch die Kooperation zwischen lokalen Entscheidungsträgern und nationalen/regionalen Fachebenen soll ein grenzüberschreitendes Einsatzkorridor etabliert werden. Die Projektdauer erstreckt sich von November 2024 bis Oktober 2027, unterstützt durch einen genehmigten EFRE-Beitrag von über 1,5 Millionen Euro.

Auszeichnungen und Herausforderungen

Im Rahmen des Bezirksfeuerwehrtags wurden auch mehrere Feuerwehrmitglieder ausgezeichnet, darunter Träger des Verdienstzeichens sowie langjährige Kameraden der Feuerwehren. Dies zeigt, wie wichtig die Wertschätzung für die ehrenamtlichen Leistungen in der Gemeinschaft ist.

Zusätzlich zu den örtlichen Gegebenheiten zeigt eine Veranstaltung des LFV Bayern, dass der Katastrophenschutz auch ein Organisationsübergreifendes Thema ist. Bei der Landesverbandsversammlung, die im September 2024 stattfand, wurde der Bedarf an einer strukturierten Zusammenarbeit betont, um auf steigende Extremwettereignisse wie Hochwasserlagen und Waldbrände besser reagieren zu können. Rund 330.000 Feuerwehrdienstleistende in Bayern leisten jährlich über 29 Millionen Einsatzstunden, was die immense Verantwortung und die Herausforderungen, denen sich die Feuerwehren gegenübersehen, unterstreicht.

Insgesamt ist der Bezirksfeuerwehrtag in Kärnten ein eindrucksvolles Beispiel für die engagierte Arbeit der Feuerwehren und das Bestreben, sich den Herausforderungen der Zukunft zu stellen. Ob durch neue Initiativen wie KaraMon oder die Förderung der Zusammenarbeit auf regionaler Ebene – die Weichen für einen effektiven Katastrophenschutz sind klar gestellt.