In den letzten zwei Monaten hat sich in Kärnten ein eher tristes Wetterbild präsentiert. Laut exxpress.at wurden in Klagenfurt nur 92 Sonnenstunden gezählt, während in Feistritz ob Bleiburg der Wert sogar unter 80 Stunden liegt. Diese Abweichung vom Durchschnitt wirkt sich auf das Wohlbefinden der Menschen aus. Besonders der Dezember 2022 fiel mit nur 15 Sonnenstunden in Klagenfurt extrem niedrig aus. Meteorologen erwarten, dass die stabilen Hochdrucklagen, die diese Wetterlage begünstigen, weiterhin anhalten werden.

Die psychologischen Auswirkungen einer solchen Sonnenflaute sind nicht zu unterschätzen. Der Psychiater Herwig Oberlerchner schildert Symptome wie gedrückte Stimmung, erhöhte Tagesmüdigkeit und ein gesteigertes Verlangen nach kalorienreichen Speisen. Gesundheitspsychologin Lisa Guttenberger warnt zusätzlich vor Erschöpfung und innerer Unruhe, die bei Lichtmangel auftreten können. Die Abhängigkeit von Sonnenlicht ist eindeutig: Es fördert nicht nur das Wohlbefinden, sondern auch die Konzentration und allgemeine Aktivität.

Wetter und Stimmung im Zusammenhang

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Wetterverhältnisse einen entscheidenden Einfluss auf die menschliche Psyche haben. Eine Studie aus Dänemark hebt hervor, dass Menschen an bedeckten Tagen häufiger depressive Symptome berichten. Schon im Sommer 2023, als die Temperaturen im Juni und Juli etwa 1,5 Grad kälter waren als im Vorjahr, stieg die Niederschlagsmenge über das vieljährige Mittel an, was ebenfalls negative Auswirkungen auf die Stimmung zur Folge hatte. Diese Zusammenhänge wurden auch von nationalgeographic.de bestätigt.

Der Zusammenhang zwischen Wetter und Stimmung ist vielfältig. Sonnenlicht unterstützt die Produktion von Serotonin, dem sogenannten Glückshormon, weshalb trübe Tage oftmals mit einem Rückgang der Motivation und dem Wunsch zu Hause zu bleiben einhergehen. Hinzu kommt, dass bei schlechter Witterung häufig soziale Aktivitäten reduziert werden. Kleine Dinge wie der Besuch eines Cafés oder ein Spaziergang im Park finden bei Sonnenschein wesentlich mehr Zuspruch.

Individuelle Unterschiede in der Wetterfühligkeit

Die Reaktionen auf unterschiedliche Wetterbedingungen variieren jedoch stark von Person zu Person. Verschiedene Studien haben unterschiedliche Wetterreaktivitätstypen identifiziert, wobei individuelle Lebensumstände, genetische Veranlagung und die allgemeine Lebensqualität eine Rolle spielen. Selbst bei Regen berichten Menschen unterschiedlich von ihrer Stimmung. Während einige sich leer fühlen, können andere auch anregende Erlebnisse in verregneten Zeiten finden.

Zur Überwindung der negativen Auswirkungen eines tristen Wetters geben Expertinnen und Experten praktische Tipps: Tageslichtquellen nutzen, Bewegung und positive Rituale können helfen, die eigene Psyche etwas heller zu gestalten. Die „Saisonal abhängige Depression“ (SAD) ist in Deutschland ein anerkanntes Phänomen, von dem etwa jeder zehnte Erwachsene betroffen ist. Diese Zusammenhänge verdeutlichen, wie Wetter und Psyche eng verknüpft sind und wie wichtig es ist, bei Lichtmangel aktiv gegenzusteuern, um die eigene Lebensqualität aufrechtzuhalten, wie von curivue.com dargelegt.