In den Karnischen und westlichen Gailtaler Alpen gilt seit 17 Uhr am 4. Februar 2026 eine Warnung vor großer Lawinengefahr. Ab einer Seehöhe von 1.800 Metern wurde Gefahrenstufe 4 ausgerufen. Diese Warnung ist gültig bis morgen, dem 5. Februar, ebenfalls um 17 Uhr. Spontane Lawinen sind vor allem in der heutigen Nacht zu erwarten, besonders abseits gesicherter Pisten.

Die aktuellen niederschlagsreichen Bedingungen erhöhen das Risiko, wobei in der ersten Nachthälfte vermehrt mittlere und vereinzelt große Lawinen an West-, Nord- und Osthängen zu erwarten sind. Die Lawinenwarnung richtet sich insbesondere an Wintersportler, die sich im offenen Gelände bewegen. Sie sollten große Vorsicht walten lassen und defensive Routen wählen, um sich und andere zu schützen.

Warnung vor spontanen Lawinen

Der Lawinenwarndienst des Landes Kärnten macht darauf aufmerksam, dass in Staulagen Lawinen im Altschnee ausgelöst werden können. Das Gefahrenpotenzial für Wintersportler abseits gesicherter Pisten wird als kritisch eingeschätzt. Aktuelle Informationen zur Lawinensituation sind ab 17 Uhr täglich auf der Webseite des Lawinenwarndienstes abrufbar unter lawinenwarndienst.ktn.gv.at.

Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, den täglichen Lawinenbericht per Newsletter zu abonnieren. Wintersportler sollten sich dieser ernsthaften Risiken bewusst sein, da jedes Jahr etwa 100 Menschen in den europäischen Alpen bei Lawinenunfällen sterben. Diese Aspekte werden ergänzt von Hinweisen für Tourengeher, die abseits der präparierten Pisten unterwegs sind.

Tipps für sicheres Wintersportverhalten

Dr. Stefan Winter, ein erfahrener Berg- und Skiführer, warnt vor der verzerrten Darstellung von Risiken durch soziale Medien, die den Eindruck vermitteln, dass das Fahren im freien Gelände weniger gefährlich sei. Eine Faustregel zur Einschätzung der Hangneigung besagt, dass beim geraden Gehen weniger als 30 Grad Steilheit möglich sind. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass Lawinen nur in Geländen mit einer Hangneigung von über 30 Grad abgehen können.

Für Wintersportler, die im hochalpinen Bereich aktiv werden möchten, ist die Planung unerlässlich. Sie sollten mit den Grundlagen der Tourenplanung vertraut sein und eine Lawinen-Notfall-Ausrüstung mit einem Such- und Empfangsgerät, einer Sonde und einer Schaufel dabei haben. Lawinen-Airbags, die zwischen 400 und 1000 Euro kosten, können die Überlebenschancen im Falle eines Lawinenabgangs erheblich erhöhen.

Darüber hinaus lernen Wintersportler, dass die Überlebenszeit in einer Lawine entscheidend von der Tiefe der Verschüttung und der Schnelligkeit der Bergung abhängt. 90 % der Verschütteten überleben, wenn sie innerhalb von 10 bis 15 Minuten gefunden werden. Ein neu entwickeltes System zur Luftzufuhr für verschüttete Personen könnte in Zukunft die Überlebenschancen weiter verbessern.