Immer mehr Menschen fallen den Tücken des Liebesbetrugs, auch bekannt als Love Scamming, zum Opfer. Dies zeigte ein konkreter Fall aus Kärnten, wo ein 52-jähriger Mann über soziale Netzwerke Kontakte zu zwei Frauen knüpfte, die es auf sein Geld abgesehen hatten. Exxpress berichtet, dass eine der Frauen sich als ehemalige US-Soldatin ausgab und angeblich im Ukraine-Einsatz war. Sie erbat finanzielle Unterstützung für Busfahrkarten nach Österreich und erfand schließlich sogar einen Busunfall, um weiteres Geld zu fordern.
Der Mann überwies mehrfach Geld, oft in Form von Online-Gutscheinen. Als ihm die Masche unheimlich wurde, wandte er sich an die Polizei. Die zweite Frau behauptete, aus der Schweiz zu stammen, und überzeugte ihn, mehrere tausend Euro für einen angeblichen Geschäftsabschluss zu überweisen. Sie gab vor, bei einem Überfall angeschossen worden zu sein, was durch angebliche Mitarbeiter der Schweizer Kriminalpolizei und eines Krankenhauses untermauert wurde, die ebenfalls Geld forderten. Später stellte sich heraus, dass beide angeblichen Beziehungen schlichtweg Betrug waren.
Die Mechanismen des Betrugs
Love Scamming funktioniert durch das gezielte Manipulieren von Emotionen, um Vertrauen aufzubauen und letztlich Geld oder persönliche Daten zu erlangen. Im Jahr 2023 wurden in Deutschland, speziell in Bayern, 450 Fälle von Liebesbetrug gemeldet, was zu einem Gesamtschaden von rund 5,3 Millionen Euro führte. Darüber hinaus hat eine Untersuchung ergeben, dass 37 % der Online-Partner-Suchenden bereits Opfer eines Betrugsversuchs geworden sind, wie Norton erläutert.
Ein häufiges Merkmal dieser Betrugsmaschen sind gefälschte Fotos. Oft werden Bilder gestohlen oder speziell erstellt, um attraktiv zu wirken. Scammer überhäufen ihre Opfer mit Komplimenten und dramatischen Lebensgeschichten, um Mitleid zu wecken. Die Sprache ist meist gut, wobei Kontakte aus dem Ausland, insbesondere nichteuropäischer Länder, mit Vorsicht zu genießen sind.
Schutzmaßnahmen und Reaktionen
Um sich vor Liebesbetrug zu schützen, rät die Verbraucherzentrale, Partnersuche lediglich auf verifizierten dating Plattformen zu betreiben und Kontaktanfragen in sozialen Netzwerken nur von bekannten Personen anzunehmen. Zudem sollten Flirtpartner über Suchmaschinen überprüft werden und Video-Chats verlangt werden, um die Existenz der Person zu überprüfen. Bei Geldforderungen sollte man stets vorsichtig sein und keine Kontodaten weitergeben.
Für den Fall, dass jemand bereits Geld überwiesen hat, ist es wichtig, den Kontakt sofort abzubrechen und alle Beweise zu sichern. Dazu gehören E-Mails, Chat-Verläufe und Überweisungsbelege. Es wird empfohlen, Freunde zu warnen und um Hilfe zu bitten sowie eine Strafanzeige bei der Polizei zu erstatten.
Letztlich zeigt sich, dass Liebesbetrug in verschiedenen Formen auftritt und immer professioneller wird. Es ist entscheidend, wachsam zu bleiben und Informationen gut zu hinterfragen, um nicht Opfer dieser perfiden Masche zu werden.