Österreich erlebt aktuell seine kälteste Winterperiode seit vielen Jahren. Am 22. Jänner 2026 wurde im Lungau (Salzburg) eine Rekordtemperatur von -22,6 Grad in St. Michael im Lungau gemessen. Dies ist die tiefste Temperatur, die in diesem Jahr registriert wurde. In der Region wird den Einwohnern und Reisenden die extreme Kälte immer bewusster, während der Winter im ganzen Land Einzug hält. Ähnliche niedrige Temperaturen wurden auch in Tamsweg (-20,9 Grad) und in weiteren Orten wie Weitensfeld (Kärnten, -18,9 Grad) sowie in Zell am See (Salzburg, -18,7 Grad) registriert. Diese extremen Werte deuten darauf hin, dass das Kältephänomen nicht auf eine lokale Ebene beschränkt ist, sondern zahlreiche Regionen betrifft, einschließlich Mariapfarr (-18,3 Grad) und St. Jakob im Defereggental (-18,1 Grad).
Während des Jänners dieses Jahres erlebte das Land eine Reihe kalter Tage mit schockierenden Temperaturen, die vor einer Woche sogar nahe -30 Grad lagen. Zudem gab die Wetterprognose an, dass die Temperaturen am Freitag voraussichtlich um -14 Grad liegen werden. Ein Anstieg der Temperaturen wird im Anschluss prognostiziert, doch für Samstag bis Montag wird lokaler Schneefall und gefrierender Regen erwartet, was die Situation weiter komplizieren könnte.
Kältewelle und ihre Auswirkungen
Die aktuelle Kältewelle hat nicht nur meteorologische, sondern auch soziale und wirtschaftliche Auswirkungen. Das tägliche Leben in Österreich wird erheblich beeinträchtigt. Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren haben Schwierigkeiten beim Start, während Elektroautos eine reduzierte Reichweite aufweisen. Diese Kälte hat auch gesundheitliche Folgen; es ist bekannt, dass mehr Menschen in Europa an Kälte sterben als an Hitze, wobei insbesondere Obdachlose durch die bei Nacht einsetzenden Minustemperaturen gefährdet sind. In vielen Städten, darunter Linz, wurden Kältetelefone eingerichtet, um diesen Menschen Hilfe zu bieten. Diese sind allerdings nicht durchgehend besetzt, weshalb in dringenden Fällen Polizei oder Rettungsdienst kontaktiert werden sollte.
Geosphere Austria hat eine Kältewarnung für den Westen des Landes herausgegeben, da die Kältewelle voraussichtlich bis zum 7. oder 8. Jänner anhalten könnte. Diese extreme Kälte führt nicht nur zu einem Anstieg in der Sterblichkeit bei niedrigen Temperaturen, sondern zieht auch eine Reihe von Berufskrankheiten und Atemwegserkrankungen nach sich, die durch die schädlichen Bedingungen begünstigt werden.
Historische Kälte in Österreich
Blickt man auf die Geschichte, so ist der aktuelle Winter nicht der erste mit extremen Temperaturen. Der historische Tiefsttemperaturrekord in Österreich liegt bei -33,2 Grad, gemessen in Aspach, Bezirk Braunau, im Jänner 1985. Die Bewertungen vergangener Kältewellen zeigen, dass viele Regionen in Österreich über die vergangenen 50 Jahre hinweg immer wieder von extremen Temperaturschwankungen betroffen waren. ZAMG berichtet über verschiedene große Kälteperioden in Landeshauptstädten, wobei Innsbruck 1956 beispielsweise 29 Tage in Folge mit Temperaturen unter -10 Grad erlebte.
Innsbruck erreichte damals einen absoluten Tiefpunkt von -30,6 Grad, während Salzburg im gleichen Jahr 21 Tage mit Temperaturen unter -10 Grad zu verzeichnen hatte. Das bedeutet, dass der Winter 2026 nicht isoliert betrachtet werden kann, sondern Teil einer langen Geschichte intensiver Winter in der Region ist.
Für Österreich bleibt zu hoffen, dass die kommenden Tage mit milderen Temperaturen und weniger extremen Wetterbedingungen gesegnet sein werden, während die Menschen sich an die harten Bedingungen anpassen, die der Winter mit sich bringt.