In einem dramatischen Wendepunkt im Übernahmeprozess von Warner Bros. hat ein US-Richter am Donnerstag den Antrag von Paramount auf eine beschleunigte Entscheidung abgelehnt. Dies berichtet exxpress.at. Paramount versucht, eine Auskunft darüber zu erhalten, warum das 83 Milliarden Dollar schwere Übernahmeangebot von Netflix gegenüber ihrem erheblich höheren Angebot von 108 Milliarden Dollar bevorzugt wurde. Trotz der Nachfrage waren die drei involvierten Unternehmen, Paramount, Warner Bros. und Netflix, für eine Stellungnahme zur aktuellen Gerichtslage nicht erreichbar.

Während der Rechtsstreit sich entfaltet, reagierte der Markt: Die Aktien von Warner und Netflix stiegen am Donnerstag jeweils um rund ein Prozent, während Paramount um knapp ein Prozent nachgab. Warner Bros. äußerte, dass sie die Hintergründe ihrer Entscheidung zugunsten von Netflix erst nach der Zustimmung der Aktionäre zu dem Deal offenlegen werden, wobei ein Termin für diese Abstimmung noch nicht festgelegt wurde.

Übernahmeangebote im Detail

Warner Bros. vertraut darauf, dass das Kaufangebot von Netflix im Wert von 72 Milliarden Dollar überlegen sei, insbesondere im Vergleich zu der feindlichen Übernahmeofferte von Paramount, die 30 Dollar pro Aktie bietet und sich insgesamt auf 77,9 Milliarden Dollar beläuft. Paramount hat laut apnews.com über 12 Wochen hinweg insgesamt sechs Vorschläge an Warner unterbreitet, bevor ihr Angebot öffentlich wurde. Der Konzern beabsichtigt, Warner’s Kabelvermögen zu erwerben, das nach eigenen Angaben etwa 18 Milliarden Dollar mehr wert ist als das Angebot von Netflix.

Zusätzlich erhielt Paramount Unterstützung von Investoren wie Jared Kushner sowie Fonds aus Saudi-Arabien und Katar. Der Chef von Warner Bros., David Zaslav, sucht seit Oktober nach Angeboten, um die Übernahme durch Netflix voranzutreiben. Netflix plant, große Summen, insgesamt 40 Milliarden Dollar jährlich, in Filme und Serien zu investieren, was etwa einem Viertel des Gesamtvolumens in der Branche entspricht.

Regulatorische und kreative Bedenken

Die Situation wirft zahlreiche regulatorische Fragen auf, wobei der Wettbewerb und die Kreativität in der Branche in Gefahr geraten könnten, sollte ein Deal zustande kommen. Skeptiker befürchten, dass die Fusion zwischen Netflix und Warner auch negative Konsequenzen für die globale Film- und TV-Produktion haben könnte. Kritiker wie Roy Price, Gründer von Amazon Studios, warnen vor den potenziellen Auswirkungen auf die Qualität der Produktionen, während der Regisseur James Cameron Netflix‘ Versprechen, Filme weiterhin in Kinos zu zeigen, für unglaubwürdig hält, wie die taz.de berichtet.

Politische Einflüsse spielen ebenfalls eine Rolle in diesem Übernahmeprozess. Larry Ellison, der Vater von Paramount-Chef David Ellison, hat eine Finanzierungsgarantie über rund 40 Milliarden Dollar abgegeben, um Ansprüche an den Bedenken bezüglich der Finanzierungspläne zu begegnen. Dies könnte die Übernahmechancen von Paramount erhöhen, da Ellison enge Verbindungen zu Donald Trump hat. Im Gegensatz dazu stehen Netflix-Verbindungen zu den Obamas, was in der gegenwärtigen politischen Landschaft problematisch sein könnte.

Insgesamt bleibt die Zukunft der Film- und Fernsehkunst ungewiss. Die Entwicklungen im Übernahmeprozess zwischen Paramount, Warner Bros. und Netflix werden nicht nur die beteiligten Unternehmen verändern, sondern auch die gesamte Branche nachhaltig beeinflussen.