Eine aktuelle Studie zeigt, dass die depressive Symptomatik bei Kindern und Jugendlichen in Österreich zurückgeht. Im Rahmen der Mental Health Days 2025 wurde die Untersuchung von Paul Plener und Tobias Dienlin in Wien präsentiert. Insgesamt nahmen 8.177 Schülerinnen, Schüler und Lehrlinge im Durchschnittsalter von 14 Jahren teil. Die Befragung umfasste Themen wie Wohlbefinden, Mediennutzung und persönliche Angaben. Erfreulicherweise sank der Anteil der Jugendlichen mit erhöhten depressiven Symptomen von 15% im Jahr 2024 auf 12% im Jahr 2025. Gleichzeitig entwickelte sich die Lebenszufriedenheit leicht positiv, obwohl sie von 2023 auf 2024 eine negative Wendung nahm. Die Ergebnisse wurden im Detail im Artikel von Dolomitenstadt dargestellt.

Besonders bemerkenswert ist, dass die durchschnittliche Smartphone-Nutzung im Jahr 2025 bei 190 Minuten pro Tag liegt, was einen Rückgang von 30 Minuten im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Diese Veränderung könnte auf das seit Mai 2025 in Österreich geltende Handyverbot in den ersten acht Schulstufen zurückzuführen sein. Zudem sank auch die Nutzung sozialer Netzwerke von 96 auf 80 Minuten täglich. Experten wie Golli Marboe, der sich für einen selbstbestimmten Umgang mit Medien einsetzt, sehen diese Handyverbote als einen möglichen Einflussfaktor auf die neuen Ergebnisse.

Mediennutzung und ihre Auswirkungen

Die Studie zeigt außerdem, dass eine höhere Nutzung sozialer Netzwerke mit einer geringeren Lebenszufriedenheit korreliert. Insbesondere Mädchen, divers-identifizierende Jugendliche und sozioökonomisch benachteiligte Jugendliche berichten von stärkeren psychischen Belastungen. Paul Plener, Leiter der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Wien, äußerte die Hoffnung auf anhaltende positive Entwicklungen, warnt jedoch vor möglichen exogenen Einflüssen, die die Lage schnell wieder verschlechtern könnten. Tobias Dienlin von der Universität Zürich ergänzte, dass der erwähnte Rückgang bei der Nutzung von sozialen Medien und die steigende Lebenszufriedenheit zum ersten Mal seit Beginn der Erhebung beobachtet wurden.

Obgleich die Ergebnisse in Österreich positiv erscheinen, hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in einem Bericht gewarnt, dass eine problematische Nutzung sozialer Medien und der ständige Online-Kontakt mit Freunden für viele Jugendliche ein Risiko darstellt. Laut der WHO weisen 11% der Jugendlichen Anzeichen eines problematischen Verhaltens in Bezug auf soziale Medien auf. Dies betrifft vor allem Mädchen, von denen 13% betroffen sind, im Vergleich zu 9% der Jungen. Zudem spielen 34% der Jugendlichen täglich digitale Spiele, und 12% könnten aufgrund ihres Spielverhaltens gefährdet sein. Die Erhebung zeigt damit nicht nur die positiven Aspekte der Wechselwirkungen zwischen Jugend und Mediennutzung, sondern auch die Gefahren von exzessiven Konsumverhalten, wie Kurier berichtet.

Forderungen und Ausblick

Die Diskussion um Handyverbote an Schulen könnte der Schlüssel zu einer weiteren Verbesserung der psychischen Gesundheit bei Jugendlichen sein. Marboe fordert daher die Einführung von handyfreien Oberstufen und Berufsschulen sowie eine gerechtere Verteilung der Unterstützung im Bereich psychischer Gesundheit. Trotz der positiven Trends bleibt die Warteliste von rund 600 Schulen für weitere Unterstützungsmaßnahmen ein Zeichen dafür, dass der Bedarf nach wie vor hoch ist. Soziale Unterschiede müssen ebenfalls beachtet werden, da Mädchen und Jugendliche aus benachteiligten Verhältnissen stärkere psychische Belastungen erleben. Präventionsmaßnahmen sollten differenziert und anpassungsfähig in Schulen integriert werden, um gezielt auf die Bedürfnisse der Jugendlichen einzugehen, wie die WHO anregt (WHO).