Am 14. Jänner 2026 fand der „Industriegipfel“ in der Lehrlingswerkstätte des Donaukraftwerks Ybbs-Persenbeug statt. Veranstaltet von der Industriellenvereinigung Niederösterreich und Oberösterreich, wurde der Gipfel von den Landeshauptleuten Johanna Mikl-Leitner und Thomas Stelzer besucht. Der Fokus des Gipfels lag auf dem Austausch über Reformen und die zukünftige Ausrichtung des industriellen Standorts Österreich.

Im Rahmen der Veranstaltung wurde ein gemeinsames Industriemanifest unterzeichnet, welches zentrale Themen und Handlungsfelder zur Stärkung der Industrie in Österreich behandelt. Johanna Mikl-Leitner hob die Bedeutung der Industrie für den Wohlstand hervor, insbesondere die Tatsache, dass Niederösterreich und Oberösterreich gemeinsam 43% der industriellen Wertschöpfung des Landes erwirtschaften und mehr als 800.000 Arbeitsplätze in direktem oder indirektem Zusammenhang mit der Industrie stehen.

Reformen und Herausforderungen

Mikl-Leitner forderte ein industriepolitisches Bekenntnis angesichts des Kostendrucks und des internationalen Wettbewerbs. Zu den Maßnahmen, die Niederösterreich umsetzen möchte, gehören die Schaffung der besten Rahmenbedingungen, Planungssicherheit, Investitionen in die Infrastruktur sowie die Stärkung von Aus- und Weiterbildung und die Förderung von Forschung und Innovation. Ein wichtiges Anliegen ist auch der Bürokratieabbau sowie die Beschleunigung von Verfahren.

Besondere Forderungen, die während des Gipfels laut wurden, umfassten einen wettbewerbsfähigen Industriestrompreis bis 2030, eine Entlastung des Faktors Arbeit sowie den Abbau von Bürokratie auf Bundesebene. Thomas Stelzer, Landeshauptmann von Oberösterreich, betonte die Notwendigkeit, Europa in den Mittelpunkt zu rücken und eine Verbindung zwischen Industrie und Klimaschutz herzustellen. Auch er forderte technologieoffene Ansätze, leistbare Energie und weniger Bürokratie.

Handlungsansätze für die Zukunft

Kari Ochsner, Präsident der Industriellenvereinigung NÖ, klärte über die dringend notwendigen Reformen auf. Er betonte, dass Unternehmen in Effizienz und Innovation investieren, aber verlässliche Rahmenbedingungen von der öffentlichen Seite benötigen. Ochsner präsentierte vorgeschlagene Maßnahmen, darunter die Erhöhung der Jahresarbeitszeit um 2% sowie einen Selbstbehalt bei Gesundheitsleistungen. Diese Schritte könnten laut seinen Berechnungen Milliarden an zusätzlicher Wirtschaftsleistung generieren.

Thomas Bründl von der Industriellenvereinigung OÖ warnte vor den anhaltenden Herausforderungen für die Wettbewerbsfähigkeit und erklärte, dass die Ziele des Industriemanifests darauf abzielen, verlässliche Rahmenbedingungen für Investitionen zu schaffen sowie die Wettbewerbsfähigkeit des Produktionsstandorts zu stärken und langfristige Wertschöpfung zu sichern.

Industrielle Transformation als Herausforderung

Im Kontext eines sich wandelnden industriellen Umfelds haben die Sozialpartner in einem Beirat für Wirtschafts- und Sozialfragen eine Studie zur Industriepolitik in der Transformation erstellt, die den Ministerien BMWET, BMIMI und BMEIA vorgestellt wurde. Diese Studie fokussiert darauf, die Rahmenbedingungen für die Industrie zu verbessern, um die Standortattraktivität Österreichs sowie hochwertige Arbeitsplätze zu sichern.

Die Analyse zeigt, dass die europäische Wettbewerbsfähigkeit unter anderem durch hohe Energiepreise und technologischen Rückstand gefährdet ist. Handlungsempfehlungen beinhalten daher unter anderem die Notwendigkeit einer besseren Koordination der europäischen und nationalen Industriepolitik sowie die Förderung spezifischer Investitionsprogramme in Schlüsselbereichen wie Green- und Clean-Tech sowie Halbleiter.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Industriegipfel in Ybbs-Persenbeug als Plattform diente, um entscheidende Schritte für die Zukunft der Industrie in Österreich zu skizzieren. Der Austausch zwischen Ländern und Industrievertretern zielt darauf ab, Herausforderungen gemeinsam anzugehen und die Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern.

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