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In Österreich droht eine besorgniserregende Welle von Tierseuchen, die Landwirte in Alarmbereitschaft versetzt. Bei Josef Mühlbacher aus Anthering, der rund hundert Rinder hält, wurden bereits Maßnahmen ergriffen. Er hat seine Herde im Herbst gegen die Blauzungenkrankheit impfen lassen, nachdem man in Deutschland fast 15.000 infizierte Tiere verzeichnete. Diese Krankheit äußert sich oft durch hohes Fieber, Entzündungen an den Schleimhäuten und kann bei trächtigen Kühen zu Fehlgeburten führen. "Wenn man dann schwere Verläufe hat, ist es schwierig, das arbeitstechnisch zu bewältigen", äußerte Mühlbacher besorgt. Der Landesveterinärdirektor Peter Schiefer warnte, dass eine neue Infektionswelle auch Salzburg erreichen könnte, weshalb die Impfquote erheblich erhöht werden muss, um die Tiere zu schützen.
Impfstrategien und Skepsis unter Bauern
Momentan sind in Salzburg nur etwa 12 Prozent der Rinder geimpft – dies ist weit unter dem angestrebten Ziel von 30 bis 40 Prozent. Mit drei aktuell verfügbaren Impfstoffen, die bald auch von der EU zugelassen werden sollen, könnte diese Impfquote schnell angehoben werden. "Die beste Möglichkeit, sich vor dieser Krankheit zu schützen, ist die Impfung", erläuterte Bruno Deutinger von der Landwirtschaftskammer. Dennoch gibt es unter den Landwirten Skeptiker, die der Impfung skeptisch gegenüberstehen.
Doch nicht nur die Blauzungenkrankheit ist ein Problem. Salmonellen können ebenfalls großen Schaden anrichten, zeigen die aktuellen Berichte über Symptome wie Durchfall und Aborte bei Rindern. Besonders tückisch ist, dass viele infizierte Tiere keine offensichtlichen Krankheitszeichen zeigen, jedoch eine dauerhafte Quelle für Salmonelleneier darstellen. Während in betroffenen Betrieben häufig erst bei gehäuftem Auftreten von Aborten auf eine Infektion geschlossen wird, können die Symptome bei Kälbern ernsthafte Folgen haben. Die Symptome variieren stark je nach Immunstatus des Rinds, was die Diagnose erschwert. Laut den Experten ist eine rasche Erkennung und Behandlung essenziell, um die Ausbreitung der Infektionen zu verhindern, wie orf.at und lko.at berichten.
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