Die Übernahmegespräche zwischen dem Wiener Immobilien-Datendienstleister IMMOunited und der deutschen Scout24-Gruppe sind beendet. Beide Unternehmen gaben am Freitag, dem 16. Jänner, bekannt, dass der geplante Zusammenschluss aufgrund von Marktverunsicherungen und wettbewerbsrechtlichen Bedenken nicht zustande gekommen ist. Diese Entscheidung folgt auf eine Entscheidung der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB), die bereits im Dezember 2022 einer ursprünglich angedachten Transaktion eine Absage erteilte, woraufhin die Zusammenschlussmeldung zurückgezogen wurde. Leadersnet berichtet, dass trotz der potenziellen Vorteile für den österreichischen Wirtschaftsstandort, keine Einigung erzielt werden konnte.

Der CEO und Eigentümer von IMMOunited, Roland Schmid, betonte die Wichtigkeit von Klarheit und Vertrauen sowohl für Kund:innen als auch Mitarbeiter:innen. Daher wird sich IMMOunited nun auf die eigenständige Weiterentwicklung konzentrieren. Der Fokus liegt auf innovativen Produktlösungen, strategischen Anpassungen und dem Ausbau des B2C-Geschäfts mit dem Ziel, die Ansprache des Endkund:innen-Bereichs zu verstärken. Kleine Zeitung ergänzte, dass Schmid selbst während einer eventuellen Übergangsphase in den weiteren Kurs des Unternehmens involviert gewesen wäre, allerdings wurden bei der Übernahme Bedenken hinsichtlich möglicher Preiserhöhungen und einer Verringerung der Wettbewerbsintensität laut.

Marktanalyse und Herausforderungen

Die aktuelle Situation auf dem Immobilienmarkt, die durch Unsicherheiten geprägt ist, wird auch durch eine Umfrage des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) verdeutlicht. Diese Studie identifizierte zentrale Herausforderungen für die Wohnungsmärkte und Wirtschaftsimmobilienmärkte im Jahr 2024. Wichtige Themen sind Energie, Nachhaltigkeit sowie die Finanzierung von Immobilieninvestments und die Zinsentwicklung. BBSR berichtet, dass insbesondere im Wohnungs- und Logistikmarkt ein Angebotsmangel herrscht, während der Büro- und Einzelhandelsmarkt mit Nachfragedefiziten und steigenden Leerständen kämpft.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass IMMOunited sich auf einen eigenständigen Kurs konzentrieren möchte, während die Bedenken hinsichtlich Zusammenschlüssen in der Immobilienbranche weiterhin bestehen. Der Markt wird auch in Zukunft vor verschiedenen Herausforderungen stehen, die sowohl politische als auch wirtschaftliche Maßnahmen erfordern werden.