Hartlauer, die 1971 gegründete Optiker-Kette, hat erneut beschlossen, keine „Schneewette“ für die Adventszeit 2025 anzubieten. Diese Entscheidung fiel bereits im Vorjahr, was die Kontinuität dieser beliebten Werbekampagne gefährdet. In einem Gespräch mit der „Krone“ erläutert Geschäftsführer Robert Hartlauer die Gründe hinter dieser Entscheidung und blickt auf die Zukunft der Initiative. Die Schneewette, die ursprünglich von Franz Josef Hartlauer ins Leben gerufen wurde, erfreute sich in den 1990er-Jahren großer Beliebtheit und hat einen Bekanntheitsgrad von 90 Prozent erreicht.

Im Rahmen der Schneewette hatten Kunden die Möglichkeit, bis zu 100 Prozent des Einkaufspreises zurückzuerhalten, falls es zu Weihnachten schneit. Die Wetterlage wurde von der Meteorologieanstalt Zamg und einem Notar verifiziert. Die Rückerstattung der Kosten erfolgte durch ein Glücksrad, das auf Basis der Kassenbon-Nummern funktionierte. In den vergangenen Jahrzehnten wurden dabei mehrere Millionen Euro an die Kunden ausgezahlt. Diese Kampagne war nicht nur eine der erfolgreichsten in Österreich, sondern auch ein bedeutendes Marketinginstrument für das Unternehmen.

Wetterbedingte Herausforderungen

Die Entscheidung, die Schneewette auch 2025 nicht durchzuführen, liegt jedoch nicht nur an den finanziellen Aspekten. Laut Hartlauer sind die Veränderungen im Klima und die sinkenden Schneefälle in den letzten Jahren ausschlaggebend. Die durchschnittlichen Temperaturen in Österreich sind um ein bis zwei Grad gestiegen, was zu häufigeren Regenfällen statt Schnee führt. Dies macht es schwierig, die Bedingungen für die Wette zu erfüllen, weshalb das Unternehmen 2024 die Schneewette aussetzen wird.

Die letzten zwei Jahre haben gezeigt, dass das Thema Schnee immer weniger relevant wird. Dies hat zur Folge, dass die Verantwortlichen von Hartlauer umdenken müssen, um zukünftig attraktiv zu bleiben. Der Ausfall der Schneewette lässt sich zudem nicht auf finanzielle Gründe zurückführen, vielmehr ist das Unternehmen gezwungen, sich den marktentwicklungen und den Wetterbedingungen anzupassen.

Zukunftsausblick für Familienunternehmen

Die Entwicklungen um den Klimawandel, technologische Umbrüche und regulatorische Herausforderungen verlangen von Familienunternehmen eine gestärkte Innovationskraft. Strategische Investitionen in Technologie, nachhaltige Geschäftsmodelle (ESG) und geopolitische Strategien könnten darauf abzielen, die künftige Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Frühzeitige Schritte in Richtung einer klaren ESG-Strategie sind bereits jetzt notwendig, um den Druck von großen Konzernen und Kreditgebern zu begegnen, die Nachhaltigkeitsnachweise von Zulieferern fordern.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Hartlauer und ähnliche Unternehmen sich neu orientieren und anpassen müssen, um den Herausforderungen der Zukunft begegnen zu können. Der Verzicht auf die Schneewette ist nur ein Beispiel für die größeren Veränderungen, die im weiteren Verlauf der Jahre notwendig sein werden.

Für weitere Informationen zu Hartlauer und der Schneewette: Krone und Kleine Zeitung. Zudem ist die Rolle von Familienunternehmen in einer sich wandelnden Wirtschaftslandschaft ein wesentlicher Aspekt, den Sie in diesem Kontext vertiefen können: KPMG Klardenker.