BerlinGesellschaftGesundheitLebensstilÖsterreichUmweltWien

Grünflächen als Lebensretter: So schützen sie unsere Psyche!

Die fortschreitende Urbanisierung stellt eine zunehmende Herausforderung für die psychische Gesundheit der Bevölkerung dar. Laut einer Schätzung leben bereits 58% der Weltbevölkerung in städtischen Gebieten, und die Prognosen der Vereinten Nationen deuten darauf hin, dass dieser Anteil bis 2050 auf etwa 68% ansteigen wird. In Österreich ist der Urbanisierungsgrad mit rund 59,8% auf einem Höchststand. Dies bringt nicht nur Veränderungen im Lebensstil mit sich, sondern wirkt sich auch erheblich auf die seelische Gesundheit aus. Prim. Dr. Christian Korbel, Psychiater und Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (ÖGPP), hebt die Bedeutung von Umweltbelastungen wie Luft- und Lärmbelastung hervor, die zunehmend als Risikofaktoren für psychische Erkrankungen identifiziert werden.

In diesem Kontext zeigt eine aktuelle Datenanalyse, dass die Nutzung von Grünflächen, wie Parks und Kleingärten, eine gesundheitsfördernde Wirkung entfalten kann. Die Weltgesundheitsorganisation erkennt die natürliche Umwelt als wichtigen Einflussfaktor auf die psychische Gesundheit an. Besonders bemerkenswert ist, dass der Effekt der Grünflächen-Nutzung auf die Verringerung suizidaler Verhaltensweisen, vor allem bei Frauen, ausgeprägter ist. Diese Erkenntnisse wurden im Rahmen der 25. Jahrestagung der ÖGPP präsentiert, die vom 2. bis 5. April 2025 in Wien stattfindet.

Zusammenhang zwischen Urbanisierung und psychischen Symptomen

Eine umfassende Studie von Forschern der Charité – Universitätsmedizin Berlin in Kooperation mit der Fudan-Universität Shanghai und der Tianjin Medical University hat den Zusammenhang zwischen Urbanisierung und psychiatrischen Symptomen untersucht. Dabei wurden Daten von 156.075 Teilnehmenden analysiert. Die Forscher identifizierten drei unterschiedliche Umweltprofile, die stark mit psychischen Erkrankungen korrelieren. Ein Umweltprofil, das durch soziale Benachteiligung, Luftverschmutzung und eine hohe Urbanisierungsdichte gekennzeichnet ist, geht mit höheren Depressionssymptomen einher. Ein anderes Profil mit reichlich Grünflächen und besserer Erreichbarkeit von Ausflugszielen zeigt hingegen eine Assoziation mit verringerten Angstsymptomen.

Kurze Werbeeinblendung

Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit, die städtischen Umweltfaktoren ganzheitlich zu betrachten. Die Erkenntnisse, dass bestimmte Hirnareale die Wirkung von Umweltprofilen auf psychiatrische Symptome vermitteln, sind von besonderer Bedeutung. Diese biologischen Mechanismen helfen dabei, die Zusammenhänge zwischen urbanen Lebensräumen und psychischer Gesundheit besser zu verstehen.

Die Rolle von Grünflächen in der Stadtplanung

Städtische Grünflächen spielen nicht nur eine essentielle Rolle für die Lebensqualität der Bevölkerung, sondern sind auch entscheidend für die Prävention von psychischen Erkrankungen. Der Klimawandel stellt einen weiteren Faktor dar, der in Verbindung mit steigendem Temperaturanstieg und erhöhten Suizidraten steht. Die ÖGPP hebt hervor, dass die psychischen Folgen des Klimawandels ernst genommen werden müssen. Öffentliche Grünflächen können somit einen wertvollen Beitrag leisten, um die seelische Gesundheit zu fördern und vor suizidalen Verhaltensweisen zu schützen. Das Internationales Symposium „Klimawandel und psychische Gesundheit“ am 3. April 2025 wird diesen Aspekt vertiefen.

Abschließend lässt sich festhalten, dass die positive Wirkung von Grünflächen in städtischen Gebieten nicht nur ein Thema der Stadtplanung ist, sondern auch für Fachleute im Bereich der psychischen Gesundheit von großer Bedeutung. Zukünftige Maßnahmen sollten demnach auch die Förderung und den Erhalt von Grünflächen in urbanen Räumen in den Mittelpunkt rücken. Diese Entwicklung könnte entscheidend zur Verbesserung der psychischen Gesundheit der Bevölkerung beitragen.

Weitere Informationen sind in den Artikeln von OTS, Stadt+Grün, und Charité nachzulesen.

Ort des Geschehens


Details zur Meldung
Was ist passiert?
Sonstiges
In welchen Regionen?
Wien
Genauer Ort bekannt?
Wien, Österreich
Beste Referenz
ots.at
Weitere Quellen
stadtundgruen.de

Ähnliche Artikel

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"