Die große Ausstellung im Palazzo Cipolla in Rom präsentiert derzeit mehr als 50 bedeutende Werke aus den Sammlungen des Kunsthistorischen Museums (KHM) in Wien. Diese Veranstaltung steht unter der Schirmherrschaft des italienischen Kulturministeriums und der österreichischen Botschaft in Rom und bietet einen einzigartigen Überblick über vier Jahrhunderte europäischer Malerei, die vom Renaissance- bis zum Barockzeitalter reicht. Die Ausstellung wurde von der Kunsthistorikerin Cäcilia Bischoff kuratiert und umfasst Werke, die von Mitgliedern der Habsburgerdynastie gesammelt oder in Auftrag gegeben wurden.

Zu den herausragenden sammelnden Persönlichkeiten gehören Kaiser Rudolf II., Erzherzogin Isabella Clara Eugenia, Erzherzog Leopold Wilhelm und Kaiserin Maria Theresia. Die Werke stammen aus dem 16. bis 18. Jahrhundert und spiegeln die Relevanz und den Einfluss der Habsburgerzeit wider. Besonders bemerkenswert sind die Straßen durch die Kunstkammer, die den enzyklopädischen Sammelanspruch der Habsburger verdeutlicht.

Architektur und Kunstwerke

Der Rundgang beginnt mit einem architektonischen Vergleich zwischen dem KHM und dem Palazzo Cipolla. Beide Gebäude stehen als repräsentative Beispiele des historistischen Architekturverständnisses des 19. Jahrhunderts und verdeutlichen die Idee des Museums als öffentlichen Kulturraum. Die Ausstellung zeigt nicht nur Werke von internationalen Meistern wie Peter Paul Rubens und Caravaggio, sondern bringt auch die italienischen Meister Tizian und Tintoretto in den Fokus. Zu den Höhepunkten zählen das Porträt der Infantin Margarita von Diego Velázquez und Werke von Giuseppe Arcimboldo.

Das Kunsthistorische Museum in Wien, das als eines der bedeutendsten Museen der Welt gilt, entstand aus Habsburger Sammlungen und wurde 1891 eröffnet. Unter den weltweit bedeutendsten Museen rangiert es zusammen mit dem Louvre und dem Prado. Es beherbergt Sammlungen aus verschiedenen Epochen, verteilt auf fünf Abteilungen und 88 Räume, die von der Antike bis zur Neuzeit reichen.

Historische Hintergründe und Sammlungen

Im KHM befinden sich über 17.000 Objekte in der ägyptischen Abteilung, die 4500 Jahre Geschichte umfasst, sowie ca. 2500 Werke der Antikensammlung. Zu den weltweit bedeutendsten Sammlungen zählen auch die Gemäldesammlung mit Meisterwerken von Raffael, van Eyck und Rembrandt. Der Präsident der Fondazione Roma, Franco Parasassi, betont die Ausstellung als wichtigen kulturellen Dialog zwischen Wien und Rom, der über die Leihe von Kunstwerken hinausgeht.

Der Generaldirektor des KHM, Jonathan Fine, hebt hervor, dass die Kunst als Raum der Begegnung zwischen europäischen Traditionen fungiert. Diese Initiative ist nicht nur ein Kulturaustausch, sondern eine Verbindung in der Wertschätzung und Förderung kunsthistorischer Relikte aus der Zeit der Habsburger. Mit dieser Präsentation wird das reiche Erbe und das kulturelle Erbe von Österreich und Italien eindrucksvoll zur Schau gestellt.