
Ab Samstag, dem 3. April 2025, werden insgesamt 23 Grenzübergänge von Österreich in die Slowakei geschlossen. Diese Maßnahme betrifft 21 Übergänge im Burgenland sowie zwei in Niederösterreich. Der Grund für diese drastische Entscheidung ist der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in der Slowakei, wie Krone berichtet. Die Schließung der Grenzen wurde in enger Abstimmung mit den örtlichen Behörden sowie dem Ministerium für Land- und Forstwirtschaft festgelegt.
Die Landespolizeidirektionen sind mit der Sicherung und Kontrolle der Grenzübergänge betraut. Durch die geschlossenen Übergänge verringert sich der Personalbedarf im Vergleich zu offenen Kontrollstationen. Details zu weiteren Maßnahmen an den Grenzen werden jedoch nicht bekannt gegeben. Seit Ende vergangener Woche unterstützt die Polizei die Gesundheitsbehörden an der slowakischen und ungarischen Grenze. Dazu gehören Anhaltungen von Fahrzeugen und Dokumentenkontrollen.
Details zur Seuchensituation
53 Soldatinnen und Soldaten der „Austrian Forces Disaster Relief Unit“ (AFDRU) sind derzeit im Seuchen-Einsatz in der Slowakei. Sie arbeiten dabei mit modernem Gerät und in vollständiger Schutzausrüstung, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern. Insbesondere am slowakisch-ungarischen Grenzübergang Rajka engagiert sich das Bundesheer in der Dekontamination von Fahrzeugen.
Die Maul- und Klauenseuche selbst ist hochansteckend für Tiere, bleibt jedoch für Menschen ungefährlich. Es besteht jedoch das Risiko, dass Menschen das Virus auf Tiere übertragen können, wenn es an ihrer Kleidung haftet. Zu den Symptomen bei infizierten Tieren zählen Blasenbildung im Maul und an den Klauen, Fieber sowie Schmerzen.
Überwachungsmaßnahmen im Burgenland
Im Burgenland wurde ein umfassendes Überwachungsprogramm gestartet, das alle 660 Betriebe im nord- und mittelburgenländischen Raum in den kommenden Wochen kontrollieren wird. Anja Haider-Wallner, Landeshauptmann-Stellvertreterin, machte dies am Donnerstag bekannt. Besonders intensive Kontrollen werden in zwölf Betrieben in den Gemeinden Deutsch Jahrndorf, Nickelsdorf, Halbturn und Mönchhof durchgeführt. Diese Betriebe werden wöchentlich auf klinische Symptome untersucht. Das Programm ist vorerst bis zum 17. Mai 2025 angesetzt.
Die betroffenen Gemeinden im Bezirk Neusiedl am See bilden zudem eine Überwachungszone, in der ein Jagdverbot gilt, um Wildtiere nicht aufzuscheuchen und eine mögliche Virenverbreitung zu verhindern. Bislang fielen alle Tests in dieser Zone negativ aus. In rund 150 Betrieben werden zusätzlich monatlich Proben entnommen, was die Bedeutung der Früherkennung der Maul- und Klauenseuche unterstreicht.
Wirtschaftliche Auswirkungen und Versicherungen
Die wirtschaftlichen Folgen des Ausbruchs sind erheblich. Tierversicherungen bieten Entschädigungen an, die je nach Anbieter und abgeschlossenem Produkt variieren. Diese Versicherungen decken Verluste ab, die nicht durch offizielle Stellen kompensiert werden, beispielsweise wenn Vermarktungsmöglichkeiten in Schutz- und Überwachungszonen eingeschränkt sind, wie LKO erklärt.
Es wird geraten, Tierversicherungen in Regionen außerhalb behördlicher Sperrzonen abzuschließen. Ab dem 3. April 2025 wird ein Annahmestopp für Tierversicherungen in ganz Österreich wirksam. Zuständige Behörden kündigten an, dass Entschädigungen für Tiere, die aufgrund behördlicher Anordnung getötet werden oder verenden, aus Bundesmitteln gezahlt werden. Auch direkte Kosten im Seuchenfall, wie die Tötung und Entsorgung von Tieren sowie Laboruntersuchungen, werden übernommen.
In Anbetracht der hohen Tierwerte und potenzieller wirtschaftlicher Einbußen aufgrund des Ausbruchs ist eine private Absicherung für viele Betriebe empfohlen. Unternehmer:innen müssen darauf vorbereitet sein, selbst Maßnahmen zu ergreifen, um Freiheiten zu erlangen und Ausnahmebestimmungen zu beantragen.
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