Ab Donnerstag, dem 22. Jänner 2026, wird Egisto Ott, ehemaliger Chefinspektor im Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT), wegen Amtsmissbrauchs und Spionage vor dem Wiener Straflandesgericht angeklagt. Dieser Prozess gilt als einer der größten Spionagefälle in Österreich seit Jahrzehnten. Die Staatsanwaltschaft wirft Ott vor, im Auftrag des flüchtigen Ex-Wirecard-Managers Jan Marsalek sensible Personendaten abgefragt und an den russischen Inlandsgeheimdienst FSB weitergegeben zu haben. Marsalek wird derzeit per internationalem Haftbefehl gesucht.

In den Anklagepunkten geht es auch um die Weitergabe von hochsensibler Technik und Informationen, einschließlich Diensthandys eines ehemaligen Kabinettschefs im Innenministerium sowie einem SINA-Laptop, der staatsgeheimliche Daten eines EU-Staates enthält. Die Verhandlung ist vorerst bis Anfang März 2026 angesetzt und umfasst insgesamt zehn Verhandlungstage, was auf das erhebliche öffentliche und internationale Interesse am Fall hinweist.

Der Verlauf des Prozesses

Zu Beginn der Verhandlung werden die Staatsanwälte ihre Anklage präsentieren, gefolgt von einer Stellungnahme Ottes, der die Vorwürfe bestreitet. Die Einvernahmen der Beschuldigten sind für den Freitag, den 23. Jänner 2026, angesetzt. Der Prozess zieht ein breites Medieninteresse an und könnte weitreichende Folgen für die betroffenen Institutionen haben.

Die Vorwürfe gegen Egisto Ott sind schwerwiegend, da sie die Integrität von Sicherheitsbehörden in Österreich infrage stellen. Der Fall ist nicht nur von nationalem, sondern auch von internationalem Interesse, da er mögliche Verbindungen zwischen Österreichs Sicherheitsapparat und ausländischen Geheimdiensten beleuchtet.

Ein Blick auf die Zahlen

<pUm den Kontext zu erweitern, lässt sich aus den aktuellen Statistiken des Bundesamts für Korruptionsbekämpfung entnehmen, dass im Jahr 2024 insgesamt 1.763 Fälle behandelt wurden, was im Vergleich zu 2023 einen Anstieg von 31 % darstellt. Unter diesen Fällen gab es 1.246 Korruptionsermittlungen, was ebenfalls einen signifikanten Anstieg zeigt. Die Zahl der „Originären EBM-Fälle“, die bei der neuen Ermittlungs- und Beschwerdestelle Misshandlungsvorwürfe aufgetreten sind, trägt zu diesem Anstieg bei.

Solche Statistiken verdeutlichen die Notwendigkeit einer transparenten und verantwortungsvollen Handhabung von sensiblen Informationen und die Herausforderungen, vor denen die Sicherheitsbehörden stehen.

Der Prozess gegen Egisto Ott wird mit Spannung verfolgt, und die kommenden Wochen könnten entscheidende Auswirkungen auf die öffentliche Wahrnehmung von Sicherheit und Korruption in Österreich haben.

Weitere Informationen zu diesem Fall finden Sie bei 5min, Kleine Zeitung und Bundesamt für Korruptionsbekämpfung.