Im Rahmen des Internationalen Holocaustgedenktages 2026 wird im Jüdischen Museum Wien eine besondere Veranstaltungsreihe stattfinden, die den Titel „Gelesene Erinnerungen“ trägt. Die Veranstaltung, die vom 22. Jänner bis zum 22. Februar 2026 stattfindet, zielt darauf ab, den Holocaust und die Schoa für jüngere Menschen zugänglicher zu machen. In einer Zeit, in der nur noch wenige Zeitzeug*innen leben, sind viele Berichte und Geschichten überliefert, die durch diese Initiative lebendig gehalten werden sollen.
Während der Veranstaltung wird eine Lesebühne im Atrium des Jüdischen Museums eingerichtet, wo namhafte Schauspieler*innen Auszüge aus den Erinnerungen von Holocaust-Überlebenden lesen werden. Rund 20 Schauspieler*innen aus verschiedenen Wiener Theatern, darunter bekannte Namen wie Sabine Haupt und Markus Hering, werden ihr Talent einbringen.
Details zur Veranstaltung
Die Eröffnung der Lesereihe findet am Donnerstag, dem 22. Jänner 2026, von 17:00 bis 18:30 Uhr statt. Weitere Lesungen sind für den 28. Jänner, 2. Februar, 5. Februar und 9. Februar 2026 angesetzt. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist kostenlos, und das Projekt wird in Kooperation mit dem Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus realisiert. Unterstützt wird diese Veranstaltung zudem von Institutionen wie dem Burgtheater und dem Volkstheater.
Die Öffnungszeiten des Jüdischen Museums, in dem diese Lesungen stattfinden, sind von Sonntag bis Freitag, 10:00 bis 18:00 Uhr. Für Pressevertreter sind bereits Fotos im Pressebereich der Wien Holding verfügbar. Möbel für die Lesebühne werden freundlicherweise von almuth bene living zur Verfügung gestellt.
Internationaler Holocaustgedenktag
Der Internationale Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust wird weltweit am 27. Jänner begangen. Dieser Tag wurde 2005 von den Vereinten Nationen eingeführt, um an den 60. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau zu erinnern. In Deutschland findet an diesem Tag eine Gedenkstunde im Deutschen Bundestag statt, während in Österreich die Plattform „Jetzt Zeichen setzen!“ seit 2012 eine Gedenkkundgebung am Wiener Heldenplatz veranstaltet.
Diese Gedenktage sind entscheidend, um das Gedächtnis an die Verbrechen des Nationalsozialismus wachzuhalten und um der Überlebenden zu gedenken. Angesichts der Tatsache, dass die meisten Überlebenden bis zum 80. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz im Jahr 2025 verstorben sein werden, wird es immer wichtiger, die Erinnerungen sicherzustellen und zu verbreiten.
Die Bemühungen, die Weitergabe von Erinnerungen an die NS-Verbrechen aufrechtzuerhalten, stehen im Fokus vieler Diskussionen. Es ist eine Herausforderung, die Geschichten der Überlebenden zu bewahren und zukünftig an künftige Generationen weiterzugeben, da die direkte Weitergabe durch Zeitzeugen zunehmend schwieriger wird. Wikipedia hebt hervor, dass es notwendig ist, im Schulunterricht die Verbrechen gegen die Menschlichkeit und den Holocaust zu thematisieren, um das Verständnis dafür zu vertiefen.
Zusätzlich wird auf verschiedene Aktionen und Wanderausstellungen hingewiesen, die in den kommenden Jahren stattfinden werden. Eine solche Wanderausstellung, die die juristische Aufarbeitung der NS-Vergangenheit beleuchtet, wurde kürzlich an der Geschwister-Scholl-Schule in Tübingen eröffnet und bietet ein begleitendes Programm für Schülerinnen und Schüler an.
Insgesamt zeigt diese starke Betonung des Gedenkens und der Bildung über den Holocaust, wie wichtig es ist, die Vergangenheit aufzuarbeiten, um eine solche Tragödie in der Zukunft zu verhindern. Die Veranstaltungen im Jüdischen Museum Wien und an anderen Orten sind ein Schritt in diese Richtung, um das Erinnern und Lernen weiter zu fördern.