
Tal Shoham, ein Austro-Israeli, hat heute, am 3. April 2025, nach 505 Tagen Gefangenschaft durch die Hamas seinen ersten Besuch in Österreich absolviert. Während seines Aufenthalts traf er mit Kanzler Christian Stocker (ÖVP) und Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) zusammen. Dieser Besuch kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die diplomatischen Bemühungen zur Rückkehr weiterer Geiseln im Gazastreifen intensiviert werden. Stocker versicherte, dass Österreich alles daran setzen werde, um die sichere Rückkehr der verbliebenen Geiseln zu gewährleisten, während Meinl-Reisinger darauf hinwies, dass noch immer zu viele Geiseln in den Händen der Hamas sind, wie Krone berichtet.
Shoham war am 7. Oktober 2023 im Kibbuz Be’eri entführt worden, wo über 100 Menschen brutal ermordet wurden. Die Schicksalsgemeinschaft ist stark betroffen; nach Angaben von Angehörigen wurden drei von zwölf Familienmitgliedern in diesem Vorfall ums Leben gebracht. Während der Gefangenschaft erlebte Shoham unvorstellbares Leid, darunter körperliche Misshandlungen und psychische Folter. Er nahm rund 30 Kilogramm ab und verbrachte mehr als elf Monate versteckt in einem Tunnel. Erst im Februar 2024, 16 Monate nach seiner Entführung, durfte er seine Familie im Rahmen eines Waffenruhe- und Geiselabkommens wiedersehen. Die meisten Mitglieder seiner Familie, darunter seine Frau Adi und die beiden Kinder, wurden bereits Ende November 2023 im Austausch freigelassen, wie ORF ergänzt.
Diplomatische Unterstützung und Erinnerungen an die Vergangenheit
In Wien kam Shoham auch mit weiteren Angehörigen von Geiseln sowie dem israelischen Botschafter David Roet zusammen. Bei diesem Treffen hielten Angehörige Fotos von zwei Geiseln hoch, die immer noch in Haft sind. Ilan Dalal, der Vater einer Geisel, nutzte die Gelegenheit, um der österreichischen Bundesregierung für ihre diplomatischen Bemühungen zu danken. Nach dem Gespräch mit den Regierungsvertretern war ein Mittagessen mit Staatssekretär Alexander Pröll (ÖVP) und Holocaust-Überlebenden geplant. Shohams Großmutter war während der Zeit des Nationalsozialismus aus Wien geflohen, was die Bindung zur österreichischen Geschichte des Überlebens und der Rettung verstärkt, betont Krone.
Shoham plant zudem, am Freitag eine Rede vor der UNO in Wien zu halten. Er möchte dabei nicht nur auf die Situation der Geiseln aufmerksam machen, sondern auch Unterstützung für die Freilassung der noch in Gaza befindlichen Personen gewinnen. Dies steht im Kontext einer beunruhigenden Tatsache: Laut israelischen Informationen befinden sich noch 24 Geiseln im Gazastreifen, sowie die Leichen von 35 weiteren Verschleppten. Shoham äußerte, dass die aktuelle Generation in Gaza keinen Frieden wolle und die Hamas nicht wie eine westliche Armee agiere, was den komplexen Hintergrund der anhaltenden Konflikte in der Region verdeutlicht berichtend.
Die Geschehnisse rund um Tal Shoham sind ein eindringliches Beispiel für die umfassenden humanitären Herausforderungen im Nahen Osten. Die bereits komplexe Situation wird durch die zwischenstaatlichen Spannungen nicht erleichtert, von denen auch die Konflikte in Syrien geprägt sind. Diese lupenreinen Dynamiken, in die mehrere Länder verwickelt sind, lassen die Suche nach Frieden und Gerechtigkeit als eine immer drängendere Aufgabe erscheinen.
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