Neu veröffentlichte Dokumente aus den USA haben einen intensiven Austausch zwischen Jeffrey Epstein und einflussreichen Kreisen aufgezeigt, trotz seiner Verurteilung wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger. Laut exxpress.at war Epstein bereits seit 2009, kurz nach seiner Haftentlassung, in Kontakt mit Boris Nikolic, dem Wissenschaftsberater der Bill & Melinda Gates Foundation.

In einer E-Mail vom 7. Dezember 2009 thematisierte Epstein eine Zusammenstellung von „aufstrebenden Stars“ und Wissenschaftlern. Der Austausch zwischen Epstein und diesen einflussreichen Persönlichkeiten über große Ideen, Infektionskrankheiten, mRNA und Codons setzte sich auch nach seiner Verurteilung fort. Bereits im Jahr 2013 wurde in einem Vertragsbrief offengelegt, dass Bill Gates Epstein als Vertreter von Nikolic bei geschäftlichen Verhandlungen einsetzte, was von Gates selbst als eine kollegiale Beziehung anerkannt wurde, in deren Rahmen Epstein Zugang zu vertraulichen Informationen erhielt.

Frühe Hinweise auf Pandemie-Vorbereitungen

Besonders brisant ist, dass das Thema Pandemie in den E-Mails bereits vor dem Ausbruch von COVID-19 aufkam. sayerji.substack.com hebt hervor, dass die Grundlagen für Pandemie-Vorbereitungen als finanzielles und sicherheitspolitisches Konzept bereits in den späten 1990er und frühen 2000er Jahren festgelegt wurden. Nach der Finanzkrise 2008 beschleunigte sich dieser Rahmen durch Rückversicherungsmarkt, parametrische Auslöser und Spendenstrukturen. Diese Strukturen waren nicht als Reaktion auf Krisen entstanden, sondern innerhalb eines Rahmens, der mehr als ein Jahrzehnt vor COVID-19 verfeinert wurde.

Interne E-Mails und finanzielle Vereinbarungen zeigen zudem, dass Pandemien und Impfstoffe schon viel früher als strategische Kategorien behandelt wurden. Die Dokumente belegen, dass der Zugang zu Mitteln und die Koordination zur Pandemie-Vorbereitung im Jahr 2015 mit dem International Peace Institute stattfanden und, dass Epstein als Vermittler zwischen verschiedenen Institutionen fungierte.

Die Rolle der Gates-Stiftung

Die Bill & Melinda Gates Foundation, der größte private Geldgeber der Weltgesundheitsorganisation, war maßgeblich an den Planungen beteiligt. Im Oktober 2019 organisierte die Stiftung gemeinsam mit dem Johns Hopkins Center for Health Security und dem World Economic Forum die Übung „Event 201“, welche eine Simulation der Ausbreitung eines neuartigen Coronavirus beinhaltete. Laut vereinwir.ch wurden pandemiebezogene Gespräche als beruflicher Vermögenswert betrachtet und nicht nur als akademisches Unterfangen. Diese Perspektive zeigt sich auch in den Karrieremöglichkeiten, die Epstein und seine Kontakte für bestimmte Personen geschaffen haben.

Karrieremöglichkeiten, die durch Epsteins Netzwerk entstanden sind, umfassen Positionen bei Biomatics Capital, in Gates’ privatem Büro bgC3 und bei Merck, wo an Impfstoffen gearbeitet wird. Diese Informationen werfen einen Schatten auf die Governance und Verantwortung, die im Zusammenhang mit den Entscheidungen rund um die Pandemievorbereitung standen.

Zusammenfassend zeigen die veröffentlichten Dokumente, dass die institutionelle Infrastruktur zur Kapitalisierung von Krisen und die Vorbereitung auf Pandemien bereits lange vor dem Ausbruch von COVID-19 aufgebaut wurden. Die wiederholte Wahl von Epstein als Vermittler wirft dabei erhebliche Fragen auf, gerade in Hinblick auf seine Vergangenheit und die Art und Weise, wie solche Netzwerke operieren.