
Der Preis für europäisches Erdgas hat am Donnerstag, den 6. Februar 2025, einen bemerkenswerten Anstieg verzeichnet und erreicht mit 55,06 Euro pro Megawattstunde (MWh) den höchsten Stand seit über einem Jahr. Diese Preissteigerung, die seit Mitte Dezember stetig voranschreitet, liegt aktuell mehr als 40 Prozent über dem Wert von vor einigen Wochen. Marktbeobachter sehen vor allem die aktuellen Wetterprognosen als treibenden Faktor, da die kühlen Temperaturen in Nordwesteuropa den Heizbedarf signifikant erhöhen werden. Die niedrigen Temperaturen treffen zudem auf windarme Bedingungen, was den Gasverbrauch weiter anheizt. Das Ergebnis? Die Gasspeicher leeren sich schneller als im Vorjahr.
Sinkende Gasreserven in Österreich und Deutschland
Die Situation ist alarmierend: Die Gasspeicher in Österreich sind mittlerweile nur noch zu 61 Prozent gefüllt, während es im Vorjahr noch 81 Prozent waren. Auch in Deutschland sind die Gasspeicher weit niedriger als im Vorjahr, mit derzeit 52 Prozent. Diese rasante Abnahme ist im Winter besonders besorgniserregend und warnt Verbraucher vor steigenden Heizkosten. Laut Kleine Zeitung verursacht die daraus resultierende Unsicherheit über die Gasversorgung auch Ängste, die durch die Zollpolitik der neuen US-Regierung verstärkt werden. Ein möglicher Handelskonflikt zwischen den USA und China könnte zudem erhebliche Folgen für die Weltwirtschaft und damit auch für die Energiepreise haben.
Trotz des jüngsten Anstiegs bleibt der Preis für europäisches Erdgas jedoch deutlich unter den Rekordwerten, die zu Beginn des Ukraine-Kriegs im Sommer 2022 erreicht wurden, als die Notierungen zwischenzeitlich über 300 Euro lagen. Selbst mit dem aktuellen Preisanstieg bleibt ein erheblicher Abstand zu diesen Höhen bestand, was darauf hinweist, dass die Energiemärkte noch immer gegen unverhoffte Preisspitzen in der Zukunft gewappnet sein müssen, wie oe24 berichtet.
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