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Frauenvorsitzende fordern Ende der Gewaltverharmlosung in Medien!

In Österreich sorgt die ATV-Serie „Das Geschäft mit der Liebe“ für einen Sturm der Entrüstung. Die Vorsitzenden der Frauenorganisationen von SPÖ, ÖVP, NEOS und Grünen üben scharfe Kritik und bezeichneten die Sendung als sexistisch, rassistisch und frauenverachtend. In einem gemeinsamen Appell fordern sie, dass Frauen nicht wie Waren behandelt werden dürfen und fordern den Sender ATV auf, seiner Verantwortung für eine gleichberechtigte Gesellschaft gerecht zu werden. „Die Verharmlosung sexueller Gewalt gehört nicht dazu“, so Eva-Maria Holzleitner von SPÖ-Frauen, während Kolleginnen von anderen Parteien die Normalisierung von Gewalt und Demütigungen anprangern. In einem alarmierenden Kontext wird darauf hingewiesen, dass bereits die vierte Frau in diesem Jahr in Österreich Opfer eines Femizids wurde, was den Ernst der Lage unterstreicht. Alle vier Frauenvorsitzenden betonen: „Wir tragen Verantwortung für ein respektvolles Miteinander“, berichtete OTS.

Die Sprache der Berichterstattung

Ein weiterer wichtiger Aspekt in der Debatte über Gewalt gegen Frauen ist die Art und Weise, wie in den Medien darüber berichtet wird. Linguistinnen wie Karin Wetschanow kritisieren, dass Gewalttaten oft in emotionalen und verstörenden Schlagzeilen als „Ehedrama“ oder „Familiendrama“ dargestellt werden, wodurch sie verharmlost werden. Diese Begriffe verschieben Gewalt in die private Sphäre und stellen somit die Berechtigung des öffentlichen Rechts infrage, sich mit solchen Taten auseinanderzusetzen. Wie ORF berichtet, zeigen die aktuellen Entwicklungen, dass es in der Berichterstattung häufig um die Emotionen von Tätern geht, während die ernsten Konsequenzen für die Opfer vernachlässigt werden. Ein Wandel in der Wortwahl von Journalisten könnte helfen, Gewalt an Frauen ernsthafter zu thematisieren und zur Prävention beizutragen.

In Anbetracht der bedrückenden Statistiken zu Femiziden und der grassierenden Gewalt gegen Frauen herausragender, liegt es auf der Hand, dass der öffentliche Diskurs und die Medienberichterstattung entscheidenden Einfluss auf die Wahrnehmung dieser Themen haben. Sowohl der Aufruf der Frauenvorsitzenden als auch die Argumente der Experten sollten als Weckruf verstanden werden: Es ist höchste Zeit, die Sprache und die Sichtweise zu ändern, um die Realität von Gewalt gegen Frauen klar und unabgeschwächt darzustellen.

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Details zur Meldung
Was ist passiert?
Femizid
In welchen Regionen?
Österreich
Genauer Ort bekannt?
Laimgrubengasse 10, 1060 Wien, Österreich
Beste Referenz
ots.at
Weitere Quellen
orf.at

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