Am 14. Jänner 2026 hat die FPÖ Wien eine umfassende Wirtschaftsoffensive angekündigt. Die Pressekonferenz fand im Rathaus statt, wo Dominik Nepp, der nicht amtsführende Stadtrat und FPÖ-Landesparteichef, die kritische wirtschaftliche Lage in Wien thematisierte. Er betonte die prekären Bedingungen, unter denen etwa 100.000 Klein- und Mittelbetriebe (KMU) leiden. Viele dieser Unternehmen wissen nicht, wie sie ihre Miete zahlen sollen, während ein Drittel aller Insolvenzverfahren in Österreich auf Wien entfällt.

Nepp erklärte, dass der öffentliche Sektor zunehmend die Privatwirtschaft verdrängt. Besonders Familienbetriebe kämpfen ums Überleben. Er bezeichnete den aktuellen Zustand als Stillstand des „Wirtschaftsmotors Wien“ und forderte die Notwendigkeit einer politischen Vertretung für den Mittelstand. Um dem entgegenzuwirken, hat die FPÖ Lösungsvorschläge erarbeitet und plant, entsprechende Anträge im kommenden Gemeinderat einzubringen, um die heimische Wirtschaft zu unterstützen.

Forderungen und Lösungsvorschläge

Ein zentrales Anliegen von Nepp ist die Schaffung eines funktionierenden Kapitalmarktes für KMUs und die Förderung qualifizierter Fachkräfte. Des Weiteren fordert er eine Senkung der Fernwärmepreise, um die Betriebskosten der Unternehmen zu reduzieren. Ein Vorschlag für einen „Paradigmenwechsel in der Bildungspolitik“ umfasst die Einführung von Sprachstandfeststellungen im Alter von drei Jahren und verpflichtenden Deutschkursen.

Die Bedeutung von KMU für die österreichische Wirtschaft ist laut dem Bericht „KMU im Fokus 2024“ [BMUET] unbestritten. Rund 580.000 KMU beschäftigen etwa 2,5 Millionen Menschen und sind verantwortlich für 56 Prozent der marktorientierten Wirtschaftsleistung in Österreich. Diese Unternehmen erwirtschaften zudem 56 Prozent der Bruttowertschöpfung.

Herausforderungen für Klein- und Mittelbetriebe

Allerdings sehen sich KMU mit diversen Herausforderungen konfrontiert. Zu den größten Hürden zählen der Fachkräftemangel, steigende Energiepreise und bürokratische Anforderungen. Im Jahr 2023 waren rund 579.500 KMU aktiv, die 53.700 Lehrlinge ausbildeten – ein wichtiger Beitrag zur Fachkräfteentwicklung in Österreich. Trotz stabiler Gründungszahlen von 37.600 neuen Unternehmen gab es auch eine Schließungsquote von 6,3 Prozent.

In Bezug auf die Nachhaltigkeit wird hervorgehoben, dass 42 Prozent der heimischen KMU umweltfreundliche Produkte oder Dienstleistungen anbieten, was über dem EU-Durchschnitt von 32 Prozent liegt. Faktoren wie die grüne Transformation und die Digitalisierung sind unerlässlich für das zukünftige Wachstum der KMU. In den letzten drei Jahren haben 66 Prozent der KMU Unterstützungsleistungen zur Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen in Anspruch genommen, wie im Bericht [Parlament] erwähnt.

Die FPÖ Wien versucht mit ihrer Wirtschaftsoffensive, einen positiven Beitrag zur Entwicklung und Unterstützung dieser essenziellen Betriebe zu leisten. Nepp betonte die Notwendigkeit, eine Politik zu fördern, die Leistung und Unternehmertum in den Vordergrund stellt, um den „Wirtschaftsmotor Wien“ wieder anzukurbeln.