Ein Ausbildungsabend der Feuerwehr Alkoven am 15. Jänner 2026 im Augebiet in Gstocket sorgte für realistische Trainingsbedingungen unter simulierten Notfallszenarien. Der Schwerpunkt der Übung lag auf dem sicheren und effektiven Arbeiten ohne zeitkritische Rettungsdrucksituation. 20 Schulungsteilnehmer waren im Vorfeld informiert worden, dass es sich um Berge- und nicht um Rettungsarbeiten handelte, die mit der Bergung von „verunglückten“ Personen auf einer anderen Ebene zu tun hatten.

Die Übung begann mit einer fiktiven Alarmierung zu einem schweren Forstunfall in Gstocket, wobei das Gasthaus Gelsendiele als Treffpunkt diente. Die Einsatzkräfte mussten über verschneite Schotterstraßen in das Waldgebiet anfahren. Der Anrufender berichtete von Geräuschen einer laufenden Motorkettensäge, gefolgt von einem lauten Krachen. Der Anrufer blieb mit seinem Traktor in einem Graben stecken, was den Teilnehmern eine zusätzliche Aufgabe verschaffte.

Realistische Übungsszenarien

Das Übungsszenario wurde rasch aufgebaut. Der Einsatzleiter erhielt von dem Anrufer die Richtung der Geräusche, die darauf hinwiesen, dass zwei am Boden liegende Bäume und zwei Puppen als „Opfer“ ohne Lebenszeichen gefunden wurden. Für den Mannschafts- und Materialtransport zur Unfallstelle kam ein Pickup zum Einsatz. Die zweite Gruppe trug Material manuell zur Bergung des Traktors und setzte einen Greifzug ein, um diesen sicher zu befreien.

Ein zentrales Element der Übung war die Bergung der „Erschlagenen“, die durch ein gezieltes Unterbauen und Anheben mit Hebekissen durchgeführt wurde. Dabei war der Einsatz von Motorkettensägen notwendig, wobei besonderes Augenmerk auf die mögliche Lageveränderung der Bäume beim Schneiden gelegt wurde. Ein Baum wurde zudem markiert, um angehenden Motorsägenführern die vorgesehenen Schnitte klar zu kennzeichnen. Diese Übung endete um 21:15 Uhr, und alle Teilnehmer kehrten ins Feuerwehrhaus zurück, um die Geräte zu versorgen.

Kooperation mit Bergwacht

Während die Feuerwehr Alkoven ihre eigene Übung durchführte, fanden in der Region auch andere wichtige Übungen statt. Die Feuerwehr Waldmünchen, zusammen mit der Bergwacht Furth im Wald, führte am 15. September eine Übung durch, bei der ein Forstarbeiter unter einem Baum in unwegsamem Gelände eingeklemmt war. Dieser Einsatz erforderte eine präzise Standortbestimmung, die durch die Nutzung der App What3Words unterstützt wurde. Die Teilnehmer mussten sich Herausforderungen wie einbrechender Dunkelheit und steilen Abhängen stellen.

Die Bergwacht bereitete sich vor, indem sie ein Seilgeländer aufbaute und Steckleiterteile verlegte, um das Rettungsmaterial sicher zu transportieren. In diesem Szenario kam auch ein Greifzug zur Sicherung des Baums zum Einsatz. Die Rettungsmaßnahme umfasste das Anheben des Baums, um die „eingeklemmte“ Person (Puppe) zu befreien. Die abschließende Abseilaktion eines Einsatzkraft der Bergwacht erfolgte über eine Drehleiter und sicherte den schonenden Transport der „verunglückten“ Person im Rettungssack.

Ausbildung bei der Feuerwehr

Die praktischen Übungen wie die in Alkoven und Waldmünchen sind Teil einer umfassenden Feuerwehr Ausbildung, die Action, Verantwortung und Teamwork vereint. Feuerwehrleute sind gefordert, Feuer zu löschen, Menschen zu retten und technische Hilfe zu leisten. Eine hohe psychische Belastbarkeit ist für den Umgang mit derartigen Herausforderungen unerlässlich. Je nach Bundesland variieren die Ausbildungswege und Zugangsanforderungen. Die Ausbildung zum Werkfeuerwehrmann dauert in der Regel drei Jahre und ist besonders wichtig in Betrieben mit höherem Gefahrenpotential.

Für angehende Feuerwehrbeamte im mittleren technischen Dienst ist eine mindestens einjährige Ausbildung erforderlich, während die Ausbildung für den gehobenen Dienst bis zu drei Jahre dauern kann. Ein anspruchsvolles Auswahlverfahren mit Eignungstests stellt sicher, dass nur die besten Kandidaten eine Laufbahn bei der Feuerwehr einschlagen können. Weiterbildungsangebote ermöglichen es, in Führungspositionen aufzusteigen oder sich technisch zu spezialisieren.