Federica Brignone, die 35-jährige italienische Skirennläuferin und Gesamtweltcupsiegerin, gibt am Dienstag, den 19. Jänner 2026, ihr Comeback beim alpinen Weltcup-Riesentorlauf am Kronplatz. Diese Rückkehr erfolgt nur zweieinhalb Wochen vor den Olympischen Winterspielen in Italien. Brignone hatte sich am 3. April 2025 bei einem Sturz während der italienischen Ski-Meisterschaften in Val di Fassa schwer verletzt und erlitt mehrere Frakturen im Schienbeinplateau und Wadenbeinkopf sowie einen Kreuzbandriss. Diese Verletzungen schienen ein Comeback für die Olympischen Spiele schwierig zu gestalten, doch Brignone hat mit einer beeindruckenden Entschlossenheit an ihrer Rückkehr gearbeitet.
Nach ihrer schweren Verletzung begann sie einen Wettlauf gegen die Zeit. Im November 2025 stand sie erstmals wieder auf Skiern und hat seitdem 13 Trainingstage absolviert. Ihre Verletzungen sind nach wie vor schmerzhaft, aber während des Trainings hat sie festgestellt, dass sie bereit ist, auf einem vertrauten Hang zu starten. Brignone beschreibt diesen Wiedereinstieg als Test für ihren Körper und Geist, um zu prüfen, ob sie tatsächlich Rennen fahren kann. Diese Entscheidung, am Weltcup-Riesentorlauf teilzunehmen, fiel am 17. Jänner 2026.
Olympische Ambitionen
Brignone hat in der Saison 2024/25 herausragende Leistungen gezeigt, indem sie die große Kristallkugel für den Gesamtweltcup sowie die Wertungen im Riesenslalom und in der Abfahrt gewann. Sie wurde in Saalbach Weltmeisterin im Riesenslalom und Vize-Weltmeisterin im Super-G. Trotz ihres Erfolges hat Brignone in der aktuellen Saison noch keine Weltcup-Punkte gesammelt und somit die Olympia-Norm nicht erfüllt. Doch Experten sind sich sicher, dass sie als Athletin, die bereits an vier Olympischen Winterspielen teilgenommen hat, für die Olympischen Spiele in ihrer Heimat nominiert wird. Ihr Bruder und Trainer, Davide Brignone, zeigt sich zuversichtlich bezüglich ihrer Teilnahme an den Olympischen Rennen.
Das Nationale Olympische Komitee kann Athleten auch ohne erfüllte Norm nominieren, insbesondere bei Verletzungen. Ihr größtes Ziel bleibt die Teilnahme an den Olympischen Spielen, wobei sie plant, auch im Super-G und in der Abfahrt anzutreten – abhängig von der Heilung ihres Beins.
Starke Konkurrenz und Verletzungen
Während Brignones Comeback in den Mittelpunkt rückt, müssen auch andere Athleten, wie der deutsche Skirennfahrer Alexander Schmid, mit Verletzungen kämpfen. Schmid hat sich einen Haarriss im Sprunggelenk zugezogen und bangt ebenfalls um seine Teilnahme an den Olympischen Winterspielen. Er glaubt an eine schnelle Regeneration und hat Hoffnung auf ein Comeback, da drei Spezialisten ihm versichert haben, dass eine Genesung bis zu den Rennen in Norditalien möglich sei.
Brignone steht somit nicht nur vor ihrer eigenen Herausforderung, sondern auch in einem Klima, in dem zahlreiche Athleten mit Verletzungen kämpfen. Dennoch bleibt der Fokus auf ihrem bevorstehenden Comeback am Kronplatz und den Olympischen Wettkämpfen, auf die sie sich seit ihrer Rückkehr in den Trainingseinheiten vorbereitet.
Brignone äußerte den Wunsch, bei den kommenden Spielen als Fahnenträgerin für Italien bei der Eröffnungsfeier zu fungieren und möchte trotz ihrer Schmerzen und der Herausforderungen, die die Verletzungen mit sich bringen, alles Mögliche tun, um ihr Land stolz zu vertreten.