
Das Insolvenzverfahren der FC Wacker Innsbruck GmbH, das seit der Eröffnung am 3. Juni 2022 anhängig ist, neigt sich dem Ende zu. Der Tiroler Traditionsverein, der seine Profi-Mannschaft 2016 in die FC Wacker Innsbruck GmbH auslagerte, sieht sich mit erheblichen finanziellen Problemen konfrontiert. Über 130 Gläubiger haben Forderungen von insgesamt fast 18 Millionen Euro angemeldet, doch die Aussichten auf eine Rückzahlung sind denkbar schlecht.
In der vorläufigen Einschätzung des Insolvenzverwalters Herbert Matzunski wurden lediglich rund 2,4 Millionen Euro als berechtigt anerkannt. Ein Anspruch von 1,2 Millionen Euro gegen den ehemaligen Investor Thomas Kienle ist aufgrund dessen Vermögenslosigkeit nicht einbringlich, was die Gläubiger vor einen Totalausfall stellt. Dies bedeutet, dass keine Quote zur Ausschüttung kommt, sodass die Gläubiger aller Wahrscheinlichkeit nach leer ausgehen werden. Wie Krone berichtet, steht in den kommenden Wochen ein letzter Verhandlungstermin am Landesgericht Innsbruck an, nach dem das Konkursverfahren voraussichtlich aufgehoben wird.
Struktur und aktuelle Lage des Vereins
Der FC Wacker Innsbruck hat ebenso aus sportlicher Sicht stark gelitten. Der Verein musste aufgrund seiner finanziellen Schwierigkeiten zwangsabsteigen und spielt derzeit in der viertklassigen Regionalliga Tirol, wo er aktuell die Tabellenführung inne hat. Der Weg zurück in die höheren Ligen wird für den Verein, der einst in der Bundesliga spielte, nun noch mühsamer, insbesondere mit den finanziellen Belastungen durch das Insolvenzverfahren.
Zusätzlich zu den finanziellen Herausforderungen musste der Verein während des Insolvenzverfahrens auch gerichtliche Ermittlungen überstehen. Im August 2022 fanden im Wacker-Büro Hausdurchsuchungen statt, bei denen mehrere Unterlagen sichergestellt wurden. Dies geschah im Rahmen von Ermittlungen wegen fahrlässiger Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen und der Verdacht der betrügerischen Krida. Im Januar 2023 wurde der Verdacht der betrügerischen Krida jedoch eingestellt, da keine kridaträchtigen Handlungen festgestellt wurden, wie MeinBezirk berichtet.
Ausblick für die Gläubiger
Die Insolvenzverwalter haben die Situation kritisch bewertet. Über 120 Gläubiger meldeten Ansprüche in Höhe von rund 16,5 Millionen Euro, allerdings wurden etwa 14 Millionen Euro als nicht gerechtfertigt erachtet. Im Fall der Gläubiger, die Hoffnung auf eine Rückzahlung gesetzt hatten, könnte die Realität jedoch bedrückend sein, denn die Aussichten auf Rückflüsse aus der Insolvenzmasse sind minimal. Die Gläubiger müssen sich auf einen Totalausfall einstellen.
Die FC Wacker Innsbruck GmbH und die damit verbundenen finanziellen Schwierigkeiten werfen ein Licht auf die Herausforderungen, mit denen viele Sportvereine in Österreich konfrontiert sind. Diese Ereignisse sind Teil eines größeren Trends, der durch die AKV Insolvenzticker verdeutlicht wird, der aktuelle Insolvenzen und Konkursverfahren im österreichischen Sport dokumentiert. Die Situation des Vereins bringt viele Fragen zur zukünftigen finanziellen Stabilität und sportlichen Ausrichtung mit sich.
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