Am 1. Februar 2026 wird in Bad Eisenkappel eine tief verwurzelte Tradition gefeiert: das Kirchleintragen. Um 17:45 Uhr versammeln sich Kinder und Erwachsene vor der ehemaligen Volksschule am Ortsanfang, um diesen jährlich wiederkehrenden Brauch zu zelebrieren. Der Ursprung des Kirchleintragens reicht bis ins Spätmittelalter zurück und ist eng verbunden mit einem Gelöbnis der Bevölkerung, eine Nachbildung der Kirche Maria Dorn dem Fluss Velach zu übergeben. Dieser Brauch erinnert an eine Zeit, in der schwere Überschwemmungen das Dorf heimsuchten, während die höher gelegene Kirche von den Fluten verschont blieb. Um 18 Uhr beginnt die Prozession, die die Teilnehmer zur Schlossbrücke führt, wo die leuchtenden Kirchlein dem Fluss übergeben werden.

Die Kirchlein, aus Holz, Pappe und Papier gefertigt und beleuchtet von einer Kerze, werden in tagelanger Arbeit von den Kindern der Volksschule geschaffen. Sie werden auf Stangen gesteckt und in einer feierlichen Lichterprozession getragen. Diese jahrhundertealte Tradition symbolisiert nicht nur den Zusammenhalt der Gemeinde, sondern ist auch ein sichtbares Zeichen für die Verbindung von Brauchtum, Natur und lokaler Geschichte. Der Begleitgesang zu dieser Prozession, „Ante pante populore, Kocle vrate cvilelore“, enthält eine Mischung aus lateinischen und slowenischen Elementen und beschreibt humorvoll die Geräusche einer Türangel.

Der Ablauf der Feierlichkeiten

Der Ablauf des Kirchleintragens ist eindrucksvoll strukturiert. Nach der Versammlung in der Schule begleiten die leuchtenden Kirchlein die Teilnehmer vorbei an der Pfarrkirche, wo sie gesegnet werden. Die endgültige Übergabe der Kirchlein erfolgt an der Schlossbrücke, wo sie auf den Wellen des Vellachbachs treiben, bis sie kippen und erlöschen. Dieser symbolische Akt steht für die Hoffnung der Dorfbevölkerung, dass die Fluten beruhigt werden.

Der Spruch, der die Prozession begleitet, hat seine Wurzeln in einer Verballhornung eines lateinischen Bibelverses und verweist auf die Verbindung zwischen Glauben und Humor. Die Übersetzung des Spruchs lautet: „Beim Kocel quietschen die Tore.“ Dies zeigt, wie Traditionen in Österreich oft tief in der Geschichte und im alltäglichen Leben verwurzelt sind. Zusätzlich werden die Kirchlein mit großer Sorgfalt und Liebe von den Kindern hergestellt, was die Wichtigkeit der Förderung von Brauchtum und Gemeinschaftsgeist in der Region unterstreicht.

Die kulturelle Bedeutung des Brauchs

Das Kirchleintragen ist mehr als nur eine lokale Feier; es stellt eine wichtige kulturelle Besonderheit dar, die die Verbundenheit der Menschen mit ihrer Geschichte und Natur verdeutlicht. Traditionen wie diese prägen das gesellschaftliche Leben und fördern den Austausch innerhalb der Gemeinschaft. In Österreich sind viele solcher Bräuche stark mit religiösen und naturverbundenen Festlichkeiten verwoben, die den Umgang mit Jahreszeiten und deren Übergängen reflektieren. Brauchtum hat in der österreichischen Kultur einen hohen Stellenwert und wird von Generation zu Generation weitergegeben, was auch beim Kirchleintragen eindrucksvoll sichtbar wird.

Insgesamt zeigt das Kirchleintragen in Bad Eisenkappel, wie lebendig und bedeutend solche Traditionen sein können. Sie geben nicht nur Einblick in die lokale Geschichte, sondern schaffen auch Gemeinschaftssinn und Identität innerhalb der Bevölkerung. Wer diesen Brauch miterleben möchte, sollte sich den 1. Februar im Kalender markieren.

Für weitere Informationen über das Kirchleintragen und die lokale Geschichte empfiehlt sich ein Blick auf Klick Kärnten, während tiefere Einblicke in die Bildungsstätten und die kulturellen Gegebenheiten in Bad Eisenkappel auf Bad Eisenkappel zu finden sind. Zudem bietet Mein Lernen einen umfassenden Überblick über die kulturellen Besonderheiten und Traditionen, die Österreich prägen.