Am 8. Jänner 2026 fand eine Pressekonferenz der Erste Group statt, bei der zentrale Finanzmarktaussichten für das laufende Jahr vorgestellt wurden. Fritz Mostböck, Chefökonom, Rainer Hauser, Chief Investment Officer, und Gerold Permoser, Veranlagungschef, beurteilten die Marktstimmung als schlechter als die tatsächliche wirtschaftliche Lage. Während Expert:innen eine positive Sicht auf die wirtschaftliche Entwicklung haben, ist die hohe Staatsverschuldung der USA nicht der einzige Belastungsfaktor für den US-Dollar. Geplante Zinssenkungen und signifikante Investitionen in Verteidigung und Infrastruktur könnten ebenfalls den Dollar unter Druck setzen, während eine mögliche Aufwertung des Euro Auswirkungen auf die europäische Exportwirtschaft haben könnte. Diese Meinungen werden von der Erste Group in einem umfassenden Bericht zusammengefasst, der die Situation in der CEE-Region berücksichtigt.

Experten sind der Meinung, dass geopolitische Konflikte in den letzten Jahren geringere Auswirkungen auf die Finanzmärkte gezeigt haben. Diese positive Sicht widerspricht den allgemein wachsenden Sorgen aufgrund globaler geopolitischer Spannungen. Die Empfehlung lautet daher, eine langfristige Perspektive zu wahren und eine breite Diversifikation der Investitionen anzustreben. Österreich profitiert von seiner stabilen Position in Zentral- und Osteuropa, wo überdurchschnittliche Wachstumsraten, wie beispielsweise in Polen, zu beobachten sind. Auch wenn das Verbrauchervertrauen leicht eingetrübt ist, zeigt der private Konsum in vielen CEE-Ländern Stabilität.

Geopolitische Risiken und deren Auswirkungen

Die geopolitischen Spannungen nehmen stets zu und können volkswirtschaftliche Kosten verursachen, darunter steigende Energiepreise und Probleme in den Lieferketten. Diese Risiken stellen nicht nur eine Herausforderung für das wirtschaftliche Umfeld dar, sondern können auch weitreichende Auswirkungen auf das Finanzsystem haben. Ein Bericht von der BaFin belegt, dass die deutsche Wirtschaft besonders anfällig für geopolitische Schocks ist, bedingt durch enge internationale Handelsverbindungen mit einer Exportquote von 43,4% im Jahr 2023.

Zusätzlich wird in einer Untersuchung von Khalil, Osten und Strobel festgestellt, dass die Preise für Einfuhren aus Ländern mit gestiegenem geopolitischen Risiko seit 1990 tendenziell steigen, während die Versandzahlen rückläufig sind. Dies zeigt, dass das Ansteigen von geopolitischen Risiken einen negativen Angebotsschock darstellt. Die dynamischen geopolitischen Rahmenbedingungen führen dazu, dass Unternehmen vermehrt mit Risiken konfrontiert sind, die von staatlichen Cyber-Angriffen bis hin zu Einschränkungen auf internationalen Finanzmärkten reichen.

Marktstrategien und Empfehlungen für Anleger:innen

Die Erste Group hat einen optimistischen Ausblick für 2026 formuliert, indem Gewinnzuwächse bei US-Unternehmen, insbesondere in Kommunikationsdienstleistungen und IT, in Aussicht gestellt werden. Gold wird als stabiler Faktor in volatilen Märkten gesehen, und es wird erwartet, dass die Preise im ersten Quartal 2026 ansteigen könnten. Inmitten dieser Unsicherheiten gibt die Erste Group die Empfehlung aus, in risikoreichere Anlageklassen wie Aktien zu investieren, jedoch eine Portion Vorsicht walten zu lassen mit der Devise „Risk on, aber nicht all in“.

Abschließend wird die Notwendigkeit zur Beobachtung und Analyse geopolitischer Risiken ausgeführt. Die BaFin verfolgt diese Entwicklungen und ihrem potenziellen Einfluss auf bestimmte Regionen sowie Industriezweige, die gefährdet sind. Angesichts der zahlreichen Unsicherheiten ist es ratsam, eine gut durchdachte Anlagestrategie zu entwickeln, um auf die Herausforderungen des Marktes vorbereitet zu sein.