Emojis haben sich in den letzten Jahren in der beruflichen Kommunikation etabliert, besonders unter jüngeren Arbeitnehmern. Eine aktuelle Studie der University of Ottawa untersucht, wie Emojis das Bild von Kompetenz und Professionalität im Arbeitsalltag beeinflussen können. Die Ergebnisse zeigen, dass die Wahl des Emojis einen entscheidenden Einfluss auf die Wahrnehmung des Absenders hat.

Die Studie, durchgeführt von Erin L. Courtice und ihren Kollegen, umfasste 243 Teilnehmer mit einem Durchschnittsalter von 21 Jahren, die hypothetische berufliche Nachrichten lasen. Diese Nachrichten wurden mit unterschiedlichen Emojis (lachend, wütend oder ohne Emoji) präsentiert. Die Analyse zeigte, dass Nachrichten ohne Emojis als die professionellsten wahrgenommen wurden, während die Verwendung eines wütenden Emojis, unabhängig vom Inhalt der Nachricht, zu den niedrigsten Kompetenzbewertungen führte.

Einfluss auf die Wahrnehmung

Eine zentrale Erkenntnis der Studie ist, dass negative Emojis — wie wütende Gesichter — die Wahrnehmung von Inkompetenz steigern können. Besonders spannend ist, dass Frauen negative Nachrichten mit Emojis strenger bewerteten, vor allem wenn der Absender weiblich war. Dies verdeutlicht das Phänomen des „Double Bind“, bei dem Frauen sowohl männliche als auch weibliche Eigenschaften zeigen müssen, um als kompetent wahrgenommen zu werden.

Laut einer anderen Umfrage von Atlassian halten 88 % der Gen Z Emojis im Berufsalltag für hilfreich, während die ältere Generation, insbesondere die Babyboomer, diese Ansicht möglicherweise nicht teilt. Die Studie hebt hervor, dass positive Emojis in neutralen oder positiven Konversationen die wahrgenommene Kompetenz erhöhen können, während ihre Verwendung in kritischen Kontexten zu einem Eindruck der Unehrlichkeit führen kann. Einige Emojis, wie z. B. das lächelnde Gesicht, werden als unterstützend empfunden, während andere, wie das wütende Gesicht, als unangemessen gelten.

Kontextualisierung in der digitalen Kommunikation

Die Rolle von Emojis wird durch die digitale Kommunikation verstärkt, die oft nonverbale Signale wie Tonfall und Körpersprache vermissen lässt. Mehr als 70 % der Berufstätigen verwenden Emojis, um diese Lücke zu schließen, wobei die Nutzung im Instant Messaging durch die Pandemie zugenommen hat. In verschiedenen Kommunikationskanälen wie Slack oder Teams sind Emojis weit verbreitet, während bei formellen E-Mails Vorsicht geboten ist und gezielte Emojis nur bei bekannten Kollegen sinnvoll erscheinen.

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  • Slack, Teams und interner Chat: Emojis sind weit verbreitet; schnelle Reaktionen reduzieren Nachrichtenflut.
  • E-Mail: Bei Erstkontakt oder formellen E-Mails besser auf Worte setzen.
  • Dokumente und Präsentationen: Emojis können die visuelle Erfassbarkeit verbessern.
  • Social Media und Marketing: Emojis erhöhen Interaktionsraten und verleihen Persönlichkeit.

Der übermäßige Gebrauch von Emojis kann jedoch unprofessionell wirken. Ein oder zwei Emojis pro Nachricht sind optimal. Der gezielte Einsatz dieser Kommunikationsmittel erfordert eine Anpassung an die spezifische „Emoji-Kultur“ des Arbeitsplatzes, da verschiedene Emojis kulturell unterschiedlich interpretiert werden können.

Insgesamt zeigt die Studie aus Ottawa, dass Emojis ein legitimes Werkzeug in der professionellen Kommunikation sein können, wenn sie klug und im richtigen Kontext verwendet werden. Die Forschungsergebnisse fördern ein besseres Verständnis dafür, wie der Einsatz von Emojis die Wahrnehmung von Kompetenz und Professionalität beeinflussen kann. Zukünftige Studien sollten ein breiteres Spektrum an Emojis und deren Rolle in den Kommunikationsmustern untersuchen.