Der niederösterreichische Automobilzulieferer EITEK hat am 16. Jänner 2026 ein Sanierungsverfahren beantragt, nachdem finanziellen Schwierigkeiten aufgetreten sind, die besonders durch die anhaltende Krise in der Automobilindustrie bedingt sind. Aktuell sind 319 Mitarbeiter, darunter 83 Angestellte und 236 Arbeiter, von der Insolvenz betroffen und bangen um ihre Jobs. Das Unternehmen, das 1850 als Teppichweberei gegründet wurde, hat sich heute zu einem anerkannten Zulieferer für Innenausstattung im Premiumfahrzeugsegment entwickelt. Die Passiva belaufen sich auf rund 36 Millionen Euro, und 272 Gläubiger sind in den Insolvenzprozess involviert.

Laut KSV1870, einem bedeutenden Dienstleister im Bereich Insolvenzberatung, resultieren die Insolvenzprobleme des Unternehmens aus Umsatzrückgängen in der Automotive-Branche. In der aktuellen Situation hat EITEK die Absicht, den Betrieb vorerst weiterzuführen und gleichzeitig ein Restrukturierungs- und Sanierungskonzept umzusetzen. Gläubigern wird eine Sanierungsplanquote von 30 Prozent angeboten, zahlbar innerhalb von zwei Jahren ab Annahme. Dies ist ein erstes Formalangebot, dessen Angemessenheit und Durchführbarkeit allerdings noch geprüft werden müssen, wie Peter Stromberger vom KSV1870 erklärt.

Branchenübergreifende Auswirkungen

Die Insolvenz von EITEK hat auch weitreichende Auswirkungen auf zahlreiche Zulieferer und Geschäftspartner, die in die Problematik verwickelt sind. Bei einer möglichen Schließung wird ein finanzieller Gesamtschaden im niedrigen dreistelligen Millionenbereich erwartet, inklusive möglicher Schadenersatzforderungen von bis zu 109 Millionen Euro.

Die Gründe für die finanziellen Schwierigkeiten sind vielfältig. Die Automobilindustrie sieht sich insbesondere mit steigenden Kosten, Inflation, Nachfragerückgang und großer Unsicherheit konfrontiert. Diese Fakten werden durch die jüngsten Entwicklungen in der deutschen Autozuliefererindustrie unterstrichen, wo ein massiver Stellenabbau angekündigt wurde. Eine Umfrage des Automobil-Verbandes VDA zeigt, dass 61 Prozent der mittelständischen Betriebe die Beschäftigtenzahlen reduzieren wollen. Diese Situation könnte sich auch auf EITEK auswirken, da das Unternehmen Kunden wie BMW, Maserati und Lamborghini beliefert.

Zukunftsaussichten

Das Ziel des Sanierungsplans ist es, nicht nur den Produktionsstandort von EITEK zu erhalten, sondern auch die bestehenden Kundenbeziehungen abzusichern und möglichst viele Arbeitsplätze zu retten. Der Erfolg des Plans hängt jedoch entscheidend von der Zustimmung der Gläubiger sowie dem Verlauf des Verfahrens ab. Die gegenwärtige Situation in der gesamten Branche legt den Schluss nahe, dass EITEK nicht die einzige Firma ist, die um ihre Existenz kämpft. Laut Experten wird eine wachsende Zahl von Insolvenzen in der Branche prognostiziert, mit steigenden Insolvenzzahlen, die von 2023 bis 2024 um 70 Prozent zulegten, was die Wichtigkeit entsprechender Sanierungsansätze nochmals unterstreicht.