Am 10. Jänner 2026 fand am Waginger See eine umfassende Eisrettungsübung statt, die von der Freiwilligen Feuerwehr Waging am See, der Waginger Wasserwacht und der DLRG Traunstein-Siegsdorf durchgeführt wurde. Das Ziel dieser geplanten Übung war es, sowohl mit der vorhandenen Ausrüstung zu trainieren als auch neue Erkenntnisse in der Eisrettung zu gewinnen. Über 30 Einsatzkräfte der verschiedenen Hilfsorganisationen nahmen aktiv an der Übung teil, die im Uferbereich beim Strandkurhaus stattfand.
Besonders wichtig ist der Zeitfaktor bei Einsätzen im Eis, da die Überlebenszeit für Personen, die ins Eis eingebrochen sind, bei Temperaturen um den Gefrierpunkt unter 30 Minuten liegt. Wasserrettungs- und Eisrettungseinsätze fallen primär in den Aufgabenbereich der Rettungsorganisationen, wobei die Feuerwehr unterstützend eingreift. Unterkühlung kann zu Muskelstarre und Bewusstseinstrübungen führen, sodass eine Selbstrettung in den meisten Fällen nicht möglich ist. Um in solchen Notsituationen effizient zu handeln, verwendeten die Einsatzkräfte verschiedene Rettungsgeräte, darunter „Spineboard“, Eisrettungsschlitten und tragbare Leitern sowie mehrere Leinen.
Besondere Herausforderungen und neue Technik
Für die Eisrettung kamen spezielle Eisrettungsanzüge, Trockenanzüge und Wasserrettungswesten zum Einsatz. Eine Premiere stellte die Übung mit einem „Rescue-Sled“ dar, einem aufblasbaren Schlauchboot, das für Personenrettungen genutzt werden kann. Diese Ausbildung übernahmen Fachkräfte der DLRG Traunstein-Siegsdorf. Bei Schneetreiben und Kälte konnten die Teilnehmer ein positives Fazit über die Schulung und die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Wasserrettung ziehen.
Die Übungen sind nicht nur auf Menschleben ausgerichtet. Am Dreikönigstag ereignete sich ein Vorfall, der die Wichtigkeit solcher Ausbildungsmaßnahmen verdeutlicht. Ein Dackel war im Waginger See eingebrochen und konnte sich nicht selbst aus dem Wasser befreien. Die Wasserwacht Waging und die Feuerwehr kamen schnell zum Einsatz. Die Rettungskräfte zogen das unterkühlte Tier, das etwa acht Meter vom Ufer entfernt im Wasser war, aus den eisigen Fluten. Die Feuerwehr übernahm sofort die Erstversorgung, indem sie den Dackel mit einer Decke wärmte.
Einsatzbericht und Nachbesprechung
Die Einsatzkräfte waren mit drei Fahrzeugen und 15 Kräften vor Ort, während weitere alarmierte Organisationen, darunter die Feuerwehren aus Petting und die Wasserwachten aus Kühnhausen sowie Tengling/Törring, ohne aktiv eingreifen zu müssen, wieder abrücken konnten. Nach der Rettung wurde der Dackel zur Wachstation der Wasserwacht gebracht und an seine Besitzerin übergeben. Dies zeigt, dass die Zusammenarbeit der verschiedenen Organisationen nicht nur für Menschenleben, sondern auch für die Rettung von Tieren entscheidend ist.
Die vorgestellten Techniken und Einsatzszenarien während der Übung schärfen das Bewusstsein für die Gefahren der kalten Jahreszeit und verdeutlichen wie wichtig die Arbeit der ehrenamtlichen Helfer ist, insbesondere an Tagen, an denen viele Menschen auf nicht freigegebenen Eisflächen unterwegs sind. Solche Einsätze sind zeitkritisch: Bei ungenügender Tragkraft des Eises und der Gefahr der Unterkühlung sind gut ausgebildete Retter unerlässlich, um schwere Schicksale zu verhindern.
Für weitere Informationen über die Techniken der Eisrettung kann auf die detaillierte Zusammenstellung der Wikipedia verwiesen werden. Weitere Berichte und Neuigkeiten aus der Region liefert PNP und Fireworld.