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Rund 6.500 Menschen profitieren aktuell von der gesetzlichen Erwachsenenvertretung durch das VertretungsNetz in Österreich. Ein informativer Bericht des Vereins stellte fest, dass "aggressive Vorfälle" mit den betreuten Personen äußerst selten sind. Es gibt jedoch Momente, in denen die Betroffenen, die durch die Vertretung teilweise ihre Selbstbestimmung verlieren, Wut und Ohnmacht empfinden, wie eine Sprecherin des Vereins gegenüber der APA erklärte. Eine gute Beziehung zwischen Vertretern und vertretenen Personen wird als Schlüssel zum Erfolg erachtet, weshalb regelmäßiger Kontakt unerlässlich ist.
Erwachsenenvertretung im Detail
Gemäß dem 2. Erwachsenenschutzgesetz, das 2018 in Kraft trat, bleiben Personen mit einer Erwachsenenvertretung grundsätzlich geschäftsfähig. Die Vertreter sind verpflichtet, den Betroffenen die Möglichkeit zu geben, ein eigenes Bankkonto zu führen, was eine wichtige Entlastung darstellt. Wie eine Vertreterin des VertretungsNetz betonte, soll niemand mehr wie früher als Bittsteller behandelt werden. Das neue Konzept umfasst ein sogenanntes Alltagskonto, das von der Erwachsenenvertretung mit regelmäßig wiederkehrenden Beträgen gefüllt wird. Die Bargeldauszahlungen sind mittlerweile die Ausnahme, und alle österreichischen Banken bieten solche Kontomodelle an, was die Selbstständigkeit der vertretenen Personen stärkt, berichtete vertretungsnetz.at.
Die gesetzliche Regelung ermöglicht es Angehörigen, wie Eltern, Geschwistern oder Partnern, als Vertreter aufzutreten, wenn jemand nicht entscheidungsfähig ist, und diese Vertretung wird vom Gericht überprüft. Die Dauer dieser Vertretung ist auf drei Jahre begrenzt, was eine regelmäßige Neubewertung der individuellen Situationen erlaubt. Diese flexiblen Strukturen wurden entwickelt, um sicherzustellen, dass die Bedürfnisse der Menschen mit psychischen Erkrankungen oder intellektuellen Beeinträchtigungen stets im Fokus bleiben, wie vienna.at berichtete.
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