Aktuell herrscht in Österreich ein akuter Eiermangel, der sich in leeren Regalen in den Supermärkten niederschlägt. Experten warnen, dass die angespannte Lage auf dem Eiermarkt aufgrund mehrerer externer Faktoren bis nach Ostern 2026 anhalten wird. Die Geflügelwirtschaft sieht sich einem zunehmenden Druck ausgesetzt, da die Nachfrage nach regionalen Eiern stetig steigt, während die verfügbaren Mengen durch die Vogelgrippe in Europa und die damit verbundenen Angebotsengpässe stark eingeschränkt sind. In vielen Fällen kaufen Gastronomen Eier im Einzelhandel, um teure Importe zu vermeiden, was die Situation mit zusätzlicher Nachfrage verschärft.

Die Pandemie und die anhaltende Vogelgrippe führen dazu, dass die Geflügelbetriebe in Österreich nicht in der Lage sind, die Nachfrage kurzfristig zu befriedigen. Laut Österreich hat das Land seit dem Ausstieg aus der Käfighaltung im Jahr 2009 hohe Standards in der Tierhaltung etabliert, was es zu einem Vorzeigemodell auf dem europäischen Eiermarkt macht. Dennoch ist eine vollständige Selbstversorgung unter den aktuellen Bedingungen nicht realistisch, da Österreich lediglich rund 90 Prozent des heimischen Bedarfs mit der Produktion von etwa 2,3 Milliarden Eiern pro Jahr deckt.

Herausforderungen der Eierproduktion

Zusätzlich zur Vogelgrippe geraten die Betriebe durch strukturelle Schwächen in ihrem System unter Druck. Der gesamte Produktionsprozess von Eiern beinhaltet mehrere Schritte: Brüterei, Junghennenaufzucht, Legehennenhaltung, Sortierung, Qualitätsprüfung und Logistik. Verzögerungen oder Ausfälle in einem dieser Schritte können die gesamte Produktion erheblich beeinträchtigen. DI Heinz Schlögl thematisierte die Notwendigkeit langfristiger Partnerschaften zwischen Produzenten, Vermarktern und Abnehmern, um Produktionssteigerungen zu ermöglichen. Kurzfristige Lösungen erscheinen dabei kaum erreichbar.

Die Branche fordert zudem klare politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen, insbesondere eine verbindliche Herkunfts- und Haltungskennzeichnung von Eiern in der Gastronomie sowie der Lebensmittelverarbeitung. Dies könnte helfen, Transparenz zu schaffen und das Vertrauen der Verbraucher in die Herkunft ihrer Nahrungsmittel zu stärken. Eine klare Kennzeichnung ist wichtig, da oft unklar bleibt, woher die Eier stammen und unter welchen Bedingungen sie produziert wurden. Günther Wenninger weist darauf hin, dass verstärkt Importwaren aus Ländern mit niedrigeren Haltungsstandards verwendet werden.

Blick in die Zukunft

Die Verbraucher in Österreich legen großen Wert auf regionale Produkte und hohe Tierwohlstandards, was die Nachfrage nach heimischen Eiern zusätzlich anheizt. Dennoch zeigt sich, dass die Branche Schwierigkeiten hat, sich auf die steigenden Anforderungen und die saisonalen Spitzenzeiten, speziell rund um Weihnachten, einzustellen. Aufgrund der unsicheren Versorgungsbedingungen warnen Experten von DieFinanz vor einem weiteren Anstieg der Preise für Eier.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Eierkrise in Österreich viele Ursachen hat, die nicht nur lokal, sondern auch international verwurzelt sind. Bis Ostern 2026 wird sich die Situation voraussichtlich nicht entspannen, und die Branche muss sich diesen Herausforderungen umgehend stellen, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten und das Vertrauen der Verbraucher zu erhalten.