Das Wiener Volkstheater bringt mit Nick Hornbys „State of the Union“ ein Stück auf die Bühne, das die Zerbrechlichkeit von Beziehungen thematisiert. Die Produktion feierte am Freitag im Haus der Begegnung Brigittenau ihre Premiere und geht nun bis zum 17. März auf Tournee durch die Bezirke. In über 100 Minuten, unterteilt in zehn Szenen à zehn Minuten, zeigt das Stück die dramatischen, aber auch komödiantischen Bemühungen eines Ehepaares, das nach einem Seitensprung der Frau versucht, ihre Beziehung zu retten. Dieses bewusste Zusammenspiel zwischen Humor und Ernsthaftigkeit lädt das Publikum dazu ein, sich mit den Herausforderungen der Liebe auseinanderzusetzen.
„State of the Union“ verfügt über eine kreative Inszenierung unter der Leitung von Jan Philipp Gloger und dem neuen Leitungsteam Julia Engelmayer und Anja Sczilinski. Die Darsteller Johanna Wokalek als Gerontologin Sophie und Tjark Bernau als arbeitsloser Musikjournalist Tom bringen die komplexe Dynamik von Paartherapiesitzungen zum Leben, wobei die Sitzungen selbst nicht direkt gezeigt werden. Stattdessen stehen die Gespräche zwischen den Sitzungen im Zentrum. Diese Dialoge sind geprägt von pointierten Dialogen, die grundlegende Fragen des menschlichen Liebeslebens aufgreifen und Themen wie Sexflaute und Seitensprung behandeln.
Einblicke in die Ehekrise
Die Handlung folgt Tom und Louise, die in einer Ehekrise stecken und versuchen, ihre Beziehung durch Paarberatung zu retten. Dabei liegt der Fokus auf den Gesprächen in einem Pub, die das Publikum auf humorvolle Weise in die Herausforderungen ihrer Ehe einführen. Diese Herangehensweise glänzt durch die realistische Inszenierung, die mit minimaler Bühnengestaltung auskommt – zwei Sessel und ein Tisch genügen, um die intime und ehrliche Atmosphäre zu erzeugen.
Der Verlauf des Stückes spiegelt die Realität wider, die viele Paare in Krisenzeiten erfahren, und thematisiert verletzliche Momente. Die Musik zwischen den Szenen, die von Kostia Rapoport komponiert wurde und verschiedene Künstler umfasst, trägt zur Stimmung des Stücks bei. Der finale Moment, in dem das Paar die nächste Beratungsstunde absagt und Drinks bestellt, unterstreicht die Problematik, ob sie bereit sind, an ihrer Beziehung zu arbeiten oder sich erneut von der Flucht in den Alltag ablenken zu lassen.
Anregungen zur Beziehungsgestaltung
Similar zu den Themen, die in der Dokuserie „Die Paartherapie“ behandelt werden, bietet auch „State of the Union“ wertvolle Einblicke in zwischenmenschliche Konflikte. In der ARD-Dokuserie kämpfen vier Paare unter der Leitung von Eric Hegmann um ihre Beziehung und spiegeln die Herausforderungen wider, die die Charaktere im theaterischen Stück erleben. Die Serie thematisiert Konflikte, Wünsche und die Möglichkeit eines Neubeginns selbst in schweren Zeiten. Diese Parallelen zeigen, dass der Weg zur Heilung oft mit offener Kommunikation und dem Mut, die Beziehung neu zu gestalten, beginnt.
Somit bietet das Wiener Volkstheater mit „State of the Union“ nicht nur eine amüsante, sondern auch tiefsinnige Auseinandersetzung mit der Ehe, die die Zuschauer dazu anregt, über ihre eigenen Beziehungen nachzudenken.
Weitere Informationen über die Inszenierung sind auf der Wiener Volksbühne zu finden, während Volkstheater genauere Details zur Produktion bietet. Für aktuelle Einblicke in Beziehungsthemen kann auch die Dokuserie ARD Mediathek besucht werden.