Ein schwerwiegender Drogenprozess hat heute am Landesgericht Salzburg begonnen, der die kriminelle Strukturen einer Drogenbande ins Licht rückt. Fünf Männer im Alter von 25 bis 42 Jahren sind angeklagt, Kokain in großem Stil geschmuggelt und eine kriminelle Vereinigung gebildet zu haben. Laut 5min.at sollen die Angeklagten über einen Zeitraum von eineinhalb Jahren etwa 145 Kilogramm Kokain nach Salzburg gebracht haben, wobei die Drogen aus Belgien, Tschechien, den Niederlanden und Spanien importiert wurden.
Die Staatsanwaltschaft erhebt schwerwiegende Vorwürfe gegen die Männer, die nicht nur Kokain an Konsumenten und Subdealer verkauft haben, sondern auch einen Teil in die Schweiz, Italien und Slowenien weitertransportierten. Der geschätzte Straßenverkaufswert der Drogen beläuft sich auf einen zweistelligen Millionenbetrag. Besonders besorgniserregend ist auch die Anschuldigung der Geldwäsche, da die Gewinne aus dem Drogenhandel in hochwertige Markenuhren, Sportautos und teure Kleidung investiert wurden.
Verwicklungen und Geständnisse
In einem überraschenden Detail zeigt sich, dass ein Großteil der Angeklagten zuvor als V-Männer für die Polizei tätig war. Ihre Operation, genannt „Duplex“, führte zur Festnahme und Aufklärung zahlreicher Straftaten. Unter den Angeklagten befinden sich zwei Syrer, zwei Österreicher und ein Kroate, alle zur Zeit in Untersuchungshaft. Vier von ihnen sind mehrfach vorbestraft und leben trotz fehlenden offiziellen Einkommens einen auffallend luxuriösen Lebensstil. Interessanterweise gestanden vier der Angeklagten die Vorwürfe, während der jüngste die Anschuldigungen bestreitet.
In der kriminellen Hierarchie war ein 37-jähriger Salzburger, ein ehemaliger Bauunternehmer, die zentrale Figur. Er soll alleine 100 Kilogramm Kokain nach Salzburg bewegt und steht zudem in Verbindung mit Waffenhandel und dem Handel von gefälschten Ausweisen. Nach seiner Verhaftung lieferte er wichtige Informationen zur Straftatklärung und sein Verhalten wird als exzellent beschrieben, was sein Verteidiger bei der Strafbemessung geltend machen möchte, zumal ein Kopfgeld auf ihn ausgesetzt wurde.
Ermittlungen und Zusammenhang mit Organisierter Kriminalität
Die aktuellen Ermittlungen in Österreich stehen im Kontext einer breiteren Problematik der Organisierten Kriminalität in Europa. So meldete Die Zeit, dass am 6. März 2025 in Deutschland Polizeiaktionen aufgrund von Verdacht auf Drogenhandel und Geldwäsche stattfanden. Hierbei wurden vier Objekte in Thüringen und Sachsen-Anhalt durchsucht, und zwei mutmaßliche Drogendealer festgenommen. Diese Verdächtigen sollen ebenfalls enge Verbindungen zur kalabrischen Mafia-Vereinigung ’Ndrangheta haben.
Das Bundeskriminalamt (BKA) dokumentiert in seinem Lagebild zur Organisierten Kriminalität im Jahr 2024 einen Anstieg der Ermittlungsverfahren, insbesondere in der Rauschgiftkriminalität. Insgesamt wurden etwa 647 Verfahren dokumentiert, was den zweithöchsten Wert seit einem Jahrzehnt darstellt. Fast 260 dieser Verfahren betreffen Drogenkriminalität, was die Dringlichkeit im Kampf gegen Drogenhandel und Geldwäsche uneingeschränkt unterstreicht. Brandaktuelle Entwicklungen zeigen den wachsenden Einfluss organisierter Strukturen, die über nationale Grenzen hinweg operieren. Dies wird auch durch die gestiegene Anzahl an Gewaltanwendungen im öffentlichen Raum und das Auffinden von über 420 Schusswaffen im Jahr 2024 verdeutlicht, wie tagesschau.de berichtet.
Die laufenden Gerichtsverfahren und die kontinuierlichen Ermittlungen verdeutlichen die Herausforderungen, vor denen Behörden stehen, wenn es darum geht, organisierte Kriminalität zu bekämpfen und die öffentlichen Sicherheitsbedenken in den Griff zu bekommen.