In einem bedeutenden Durchbruch im Kampf gegen den internationalen Drogenhandel meldet das Bundeskriminalamt (BKA), dass eine organisierte Tätergruppierung, die für den Import von Kokain nach Österreich verantwortlich war, zerschlagen wurde. Dies geschah im Rahmen der Operation „Duplex“, die 2024 ins Leben gerufen wurde. Nach umfangreichen Ermittlungen konnten circa 100 Kilogramm Kokain und andere synthetische Suchtmittel sichergestellt werden, die vor allem im Raum Salzburg verkauft wurden. Insgesamt 15 Personen wurden in Haft genommen oder zu mehrjährigen Freiheitsstrafen verurteilt, während gegen 58 weitere Beschuldigte Ermittlungsverfahren eingeleitet wurden. Ferner sind vier Tatverdächtige international gesucht.
Die zentralen Akteure der Gruppe sind ein 37-jähriger Salzburger und ein 31-jähriger syrischer Staatsbürger kurdischer Abstammung. Während ihrer kriminellen Aktivitäten verlieh der Syrer hochpreisige Autos und spielte eine entscheidende Rolle in der Struktur der Organisation. Am Montag wurden beide Männer verurteilt.
Hintergrund und Ermittlungen
Die Ermittlungen begannen im April 2024 in Braunau und wurden durch schwere Erpressungen gegen einen rumänischen Sportwagenhändler ausgelöst. Diese Erpressungsdelikte wurden größtenteils von einem syrischen Staatsbürger organisiert, der auch versuchte, Schusswaffen zu verkaufen. Die Ermittler konnten durch Videoüberwachung eine Verbindung zwischen den Tätern und einem Fluchtauto, einem hochpreisigen Mercedes, herstellen, dessen Kennzeichen nicht sichtbar war. Der seltene Fahrzeugtyp verdächtigt den 31-Jährigen, der in der Szene den Spitznamen „Arafat“ trägt.
Die Gruppe, bestehend aus österreichischen, kroatischen und syrischen Staatsangehörigen, war als hochprofessionell eingestuft. Sie hatte enge Kontakte zu serbisch-montenegrinischen Kartellen und war nicht nur für den Drogenhandel verantwortlich, sondern auch für Gewalt- und Sexualdelikte, Waffenschmuggel sowie Geldwäsche. Der geschätzte Wert des geschmuggelten Kokains beläuft sich auf rund 10 Millionen Euro. Die Einnahmen wurden über Firmengründungen und Investitionen in Luxusgüter gewaschen.
Operation Duplex und rechtliche Schritte
Der Prozess gegen die Hauptverdächtigen begann am 12. Jänner 2026 am Landesgericht Salzburg. Der Hauptangeklagte erhielt eine Freiheitsstrafe von 14 Jahren, während die übrigen Angeklagten Haftstrafen zwischen sechs und zehn Jahren erhielten. Die Urteile sind bis auf eine Ausnahme noch nicht rechtskräftig. Ein herausforderndes Element der Ermittlungen war, dass viele der Hauptbeschuldigten zuvor als Informanten für Polizeibehörden tätig waren und Falschinformationen verbreiteten.
Die Bekämpfung der Organisierten Kriminalität, wie sie auch in der Operation „Duplex“ sichtbar wird, ist eine stetige Herausforderung für die internationale Gemeinschaft. Zu den Geschäftsfeldern gehören nicht nur Drogenhandel, sondern auch Geldwäsche und Menschenhandel. Länder, die unter fragilen Regierungs- oder Verwaltungsstrukturen leiden, sind besonders betroffen. Die Bundesregierung unterstützt den international koordinierten Kampf gegen diese Kriminalität durch bilaterale Maßnahmen und in Zusammenarbeit mit der EU sowie multilateralen Gremien. Dabei spielt auch die Financial Action Taskforce eine entscheidende Rolle in der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung.
Die erfolgreichen Ermittlungen und Festnahmen im Rahmen der Operation „Duplex“ zeigen die Notwendigkeit einer vereinten Anstrengung gegen die wachsende Bedrohung durch organisierte Kriminalität, die nicht nur lokale Polizeistrukturen herausfordert, sondern auch die Stabilität ganzer Länder gefährdet. Während die rechtlichen Schritte nun anlaufen, bleibt abzuwarten, wie nah Behörden und Ermittler der endgültigen Zerschlagung dieser gefährlichen Netzwerke kommen werden.
Für weitere Informationen besuchen Sie bitte die Artikel von Kleine Zeitung, Bundeskriminalamt und Auswärtiges Amt.