
Am 3. April 2025 kam es in Obertauern zu einem dramatischen Lawinenabgang, bei dem zwei Freerider in den Mittelpunkt der Berichterstattung rückten. Die Bergrettung Salzburg informierte darüber, dass ein 45-jähriger Kroate über einen Meter tief verschüttet wurde. Dank des schnellen Eingreifens seines 30-jährigen Begleiters aus Salzburg konnte der Verschüttete ausgegraben werden. Beide Sportler blieben jedoch unverletzt und konnten selbstständig ins Tal abfahren, wie Laola1 berichtet.
Ursprünglich berichteten einige Medien, der Verschüttete sei der ehemalige Ski-Star Ivica Kostelic. Kostelic selbst nahm dazu über soziale Medien Stellung und wies die Berichterstattung zurück. Er erklärte, dass er lediglich als Augenzeuge anwesend war und sich zur Zeit des Vorfalls mit seinen Kindern am Pool befand. In seinem Posting bat er die Medien um Respekt für seine Privatsphäre und die seiner Familie.
Ereignisse im Detail
Der Lawinenabgang ereignete sich gegen 13 Uhr in Obertauern, in einer Höhe von 2.150 Metern, speziell im Bereich der alten Zehnerkar-Bergstation. Die zwei Freerider hatten die Lawine selbst ausgelöst. Die Bergrettung bekräftigte, dass aufgrund der Schneefälle in Salzburg eine erhebliche Lawinengefahr (Stufe 3) herrsche. Michael Koch, Einsatzleiter der Bergrettung Obertauern, warnte vor Schneebrettlawinen im Altschnee, die an West-, Nord- und Osthängen oberhalb von 2.200 Metern gefährlich sein können.
Das Schneebrett hatte eine Anrisshöhe von 1,50 Metern und war zwischen 150 und 200 Meter breit sowie 350 bis 400 Meter lang. Über 40 Einsatzkräfte, darunter Bergretter, Hundeführer, Alpinpolizei, sowie zwei Hubschrauberteams und Ärzte des Roten Kreuzes, waren an den Rettungsmaßnahmen beteiligt.
Kontext der Lawinenunfälle
Die Vorfälle in Obertauern zeigen einmal mehr die Risiken, die mit Wintersportarten verbunden sind. Laut einer Analyse der Zeitschrift Sportmedizin gab es in Österreich in den letzten Jahren eine hohe Dunkelziffer nicht gemeldeter Lawinenunfälle. Bei einer durchschnittlichen Inzidenz von etwa 100 Lawinenopfern pro Jahr in Europa, liegt die Zahl in Österreich im Zehnjahresmittel bei 21. Besonders gefährdet sind Variantenfahrer und Skitourengeher, da 54 Prozent der Verunglückten auf Skitouren durch Lawinen sterben.
Die Ergebnisse zeigen, dass Wintersportler in 90 Prozent der Fälle die Lawine selbst auslösen. Bei voller Verschüttung liegt die Sterberate bei etwa 50 Prozent, obgleich die Überlebenswahrscheinlichkeit in den ersten Minuten bei über 90 Prozent liegt. Diese Zahlen verdeutlichen die Notwendigkeit umfangreicher Sicherheitshinweise und präventiver Maßnahmen im Umgang mit Lawinengefahr.
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